Zedler:Lunte

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Grosses vollständiges Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Künste
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Lunteburg

Band: 18 (1738), Spalte: 1196–1197. (Scan)

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Lunte, oder Zünd-Stricke, Lat. Funiculus incendiarius, Frantzös. Meche, ist eine Art von Stricken, welche die Musqvetier anzünden, und zwischen den Fingern halten, um selbige zu Loszündung der Musqveten zu gebrauchen, und bedienet man sich derselben auch zu Anzündung der Hand-Granaten, der Feuer-Wercke, des groben Geschützes [1197] und der Minen.

An der Zurichtung ist gar viel gelegen. Sie wird aus flächsen oder hänffen Werck, das zum andernmahl in der Hechel blieben, und von allen Schäben rein gemacht, als ein Stück eines halben Daumens in Diameter dicke gemacht. Nachgehends nimmt man drey Theil Asche von Hageichen, Eschen, Rüstern oder Ahorn-Holtze, ein Theil ungelöschten Kalck, einen Theil Salpeter, zwey Theile von frischem Kuh- und Pferde-Mist, so durch ein wöllen Tuch gedruckt worden. Diese Materie giesset man wohl vermischt über die in einem Kessel liegende Lunten. Unter den Kessel macht man ein Feuer, und kocht es einige Tage nach einander continuirlich, erstlich mit sachten, hernach aber mit starckem Feuer, inzwischen giesset man stets vom vorigen Liquore etwas zu, damit der Kessel und die Lunte, wenn sie keine Feuchtigkeit haben, nicht verbrennen; Nachgehends wird alle Feuchtigkeit aus der Lunten, die sie im Süden an sich gezogen, mit denen Händen ausgedrehet und getrocknet, endlich auf Stangen gehängt, von der Sonnen-Hitze abgetrocknet, und an einem trocknen Orte zum Gebrauch verwahret.

Eine Klaffter ist 6. Schuhe, ein Bund aber 21. Faden, und 32 Bund ein Centner. In einer Stunde verbrennen 9. Zolle, in dreymahl 24. Stunden aber 1. Pfund, und rechnet man täglich 3. Schuhe vor einen Mann. Auf einem Kriegs-Schiff werden, der gewöhnlichen Rechnung nach, monatlich 50. Pfund Lunde verbrauchet.