Zwei Herbstlieder

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Textdaten
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Autor: Karl Stieler
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Titel: Zwei Herbstlieder
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 45, S. 730
Herausgeber: Ernst Ziel
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1883
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[730]
Zwei Herbstlieder.
Von Karl Stieler.


1. Sonntagsläuten.

Ich lieg’ auf der Halde
Im Morgenblau,
Herbstgoldener Schimmer
Wie Flor und Flimmer
Webt um die Au.

Es liegen die Dörfer
Wohl stundenweit;
Doch hör’ ich klingen
Ihr fernes Geläut.

Du bist noch weiter –
Und dennoch tönt
Der Klang deiner Grüße
Zu mir, du Süße –
Fern und versöhnt.


2. Vergessen.

Du stürmend Herz, lern’ leiser schlagen,
Ist denn Vergessen gar so schwer?
O schau’ dies schweigende Entsagen
Der schönen Erde rund umher!

Schau, wie der Sonne Gluth sich wendet,
Horch, wie verstummt es Vogels Sang;
Sie tragen’s alle, daß es endet,
Was eh’dem blüthe, glänzte, klang.

Es giebt der Strauch sein grünes Leben
Und seine letzten Rosen her;
Mein Herz, wann wirst du dich ergeben,
Ist denn Vergessen gar so schwer?