ADB:Hutter, Elias

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Artikel „Hutter, Elias“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 13 (1881), ab Seite 475, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Hutter,_Elias&oldid=554489 (Version vom 24. Dezember 2009, 02:22 Uhr UTC)
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Hutter: Elias H., Orientalist, geb. 1553 zu Görlitz, f zwischen 1605 u. 1609. Die Nachrichten über sein Leben sind lückenhaft. Er studirte zu Jena namentlich unter Hieron. Opitz’ Anleitung die morgenläudischen Sprachen mit gutem Erfolge und erwarb daselbst die Magisterwürde. Später war er einige Zeit in Leipzig als Lehrer der morgenländischen Sprachen thätig und erhielt an dortiger Universität 1577 eine Professur der hebräischen Sprache. Sein 1578 herausgegebener –„8aor:z–O 1j11g118.8 (J11b118 lle1Jr8i00–0Srmznus galt damals als ein brauchbares Wörterbuch für Anfänger und wurde in der Folge, von Dad. Wolder ins Lateinische übersetzt, mehrfach aufgelegt. Von Leipzig berief ihn 1579 der Kurfürst August von Sachsen nach Dresden, um von ihm Unterricht in der hebräischen Sprache zu nehmen. Nachdem H. sich dieser Aufgabe erfolgreich entledigt hatte, ging er an die Außführung größerer litterarischer Pläne, die zunächst auf eine neue hebräische Ausgabe des alten Tefta.ments und weiterhin auf die Herstellung biblischer Polyglottenwerke sowie überhaupt auf die Förderung des Bibelstudiums gerichtet waren. Er verfolgte diese Pläne durch sein ganzes Leben mit rastlosem Eifer und zäher Ausdauer, trotz vieler Hindernisse und Miß- erfolge, die sich ihm entgegenstellten. Er machte alfo, um sein Unternehmen zu sichern, mehrere Reifen, ging 1583 nach Lübeck und 1585 nach Hamburg. Hier fand er ausreichende Unterstützung und schon 1586 konnte er einzelne akttestamentliche Bücher als: Proben der künftigen Gesammtausgabe erscheinen lassen. Die letztere. welche durch eine besondere für den Gebrauch nicht eben vortheilhafte Druckeinrichtung zugleich den Zweck verfolgte, die Erlernung des Ht-bräischen zu erleichtern, kam mit sorgfältig aus der Vergleichung der Handschriften und der früheren Ausgaben zusammengestelltem Texte 1587 u. d. T.: „1’js„ S:-111cw„ Sim Bib1j:t 8zOrz e1Sg9„11tj er 1115tjus0u1s t Ob8.r8cterun1 k011118.“ etc. (in späteren Jahren mehrfach mit neuem Titelblatt versehen) heraus, ein für seine Zeit verdienstkiches und äußerlich wohl ausgestattetes Werk. Allein es hatte wenig Erfolg und deckte nicht die großen Kosten, welche H. und seineGönner daran gewendet hatten. Da die Begünstigung seiner Unternehmungen in Hamburg nicht von Dauer war, so sehen wir H. 1594 in Naumburg, wo er eine Buchdruckerei und einen Buchladen begründete, die er aber finanzieller Bedrängnisse wegen bald wieder aufgeben mußte. Später suchte er in Nürnberg seine Zwecke zu erreichen. Er ließ sich dort 1597 nieder, gab Unterricht in Sprachen (Beiner seiner Schüler war der nachmalige Altdorser Professor Schwenter) und unterhielt wesentlich mit fremdem Gelde eine Buchhandlung und eine Buchdruckerei, aus welcher zahlreiche Werke hervorgingen, namentlich 1599 seine lang vorbereitete Polyglotten-Bibel. Das alte Testament, u. d. T.: „13jdijz 8x-t(:1–st 13br8.j(:S„ 011.z1(1etjc:e„ 01–8.8Oe- L9.- tjne- 0srmsmjOe- 08„11ic9(801a1s011j0e„ lmijce)“ wurde jedoch nicht vollendet und umfaßt nur acht Bücher. Daß neue Testament in zwölf Sprachen, u. d. T.: „N0s.sun1 `1’sts mientun1 8)–rj-1ce- lt:-1lj(:O„ Bb1–8.j0e, l:ljsps.ui08-„ 0rA–9Os 9t.O.„ wurde im folgenden Jahre fertig. Die darin enthaltene hebräische Uebersetzung (1661 von Will. Robertson besonders herausgegeben) ist von H. selbst ausgearbeitet. Er ließ auch eine Anzahk einzelner biblischer Bücher und die Perikopen inH 1nehrtckren Sprachen drucken und 1608 eine andereAusgabe des neuen Testaments in vier Sprachen, u. d. T.: „Nosct1r11 kkestsmsi1tu1si1 11A-r111011jOum 1sbrzjO9- 01–8.SOel.ettj11e- (3term:mjOe“. Bei der Heraus gabe dieser Polyglotten besolgte er den [476] verfehlten Grundsatz, die verschiedenen Uebersetzungen durch willkürliche Aenderungen des überlieferten Textes mit einander in Uebereinstimmung zu bringen, durch welches Verfahren der kritische Werth der Ausgaben stark beeinträchtigt ist. Die 11-u–mo11i-t 1jvg11-1rum auf lexikalischem Gebiet hat zum Gegenstand sein „1)jotjo– 11-1ri11m 115umOllioun1 bjb1j(:un1 1Jbr8.enm, (?sr:-te011m„ 14ztjn11m„ S0rms„11jcum“ 1598. Andere mehrsprachliche und sonstige Werke sind ungedruckt geblieben. Auch in Nürnberg konnte sich H. auf die Dauer nicht halten. Seine geschäftlichen Unternehmungen wollten nicht gkücken, Schulden l)äuften sich, und so mußte er 1604 das Geschäft aufgeben und Nürnberg verlassen. Darauf ist er wahrscheinlich nach Augsburg oder Frankfurt gegangen; über die letzten Schicksale und das Todesjahr dieses rastlosen unternehmenden Mannes fehlen jedoch bestimmte Nachrichten. 1605 hat er noch gelebt, 1609 aber war er nicht mehr am Leben; in die Zwischenzeit fällt also sein Todesjahr.

Vgl. Moller, 0jmbrjs t, 1jttsi–:zttz„ I1. 392. Will, Nürnberg. Gelehrten- Lexikon, I1. 213 und sl. 147.

Redslob.
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