ADB:Liber, Antonius
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Liber: Antonius L. (Brye), Humanist des 16.Jahrhunderts. Geboren zu Soest hatte er, nach Hamelmann, mit R. Agricola, R. v. Langen und Alexander Hegius die elementare Bildung bei den Brüdern des gemeinschaftlichen Lebens in den Niederlanden erhalten, studirte später in Pavia und leitete nach seiner Rückkehr eine Schule in Groningen, wo er eine Frau aus einer dortigen Familie heirathete. Hierauf berief ihn Graf Moriz Spiegelberg, Propst von Emmerich, an die Spitze der dortigen Kapitelschule. Allein die anderen Kanoniker waren mit der ausgesprochenen humanistischen Richtung von L. nicht zufrieden und so wurde er bald entlassen (wahrscheinlich 1473, als Alex. Hegius von Wesel nach Emmerich ging). L. widmete sich zunächst in Köln wissenschaftlichen Studien und gab bei Johann Koelhoff daselbst drei Werke heraus, welche das von dem Humanisten so eifrig erstrebte Emporblühen der reinen Latinität namentlich in Prosa fördern sollten: 1) „-Autom gr:-m-1ms.ti0es (Hohne Namen des Verfaffers und ohne Angabe des Druckorts und Druckjahrs, aber mit den Typen, die Johann Koelhoff zwischen 1475–1480 gebrauchte); 2) „’.l’jti I.j11j„j C18 k1si110ujsi„js ko.1–r-1rjensjs, Or:tt.orjs.O 1)Oets Oe1eber1sjmj (1S 0rt.0g1–8„p11j9„ 1.jbOr :-1äm0äum 8j11gr11Aris (A. L. hat nur ein Epigramm hinzugefügt); Z) „1s’At11j1j– A1siu:11 epjstO18r11m O0mpen(1ium er (1jue1´sis 11j11O j11(19?r01;m;isj111jsut01–jbus pro O0N1mi111jum 8tuc1enOju–m pr0kectu k11ru1–01–11mq11e R9c110rum cw 0rst0run1 eruäitjo11S 9er c1js01stum AO er11c1jt11m yjrum .411t,I1011j11m I.ib0rum 2usAten8Sm recO11e0tum“ (,auch 2 und 2 sind in denselben Typen wie 1 gedruckt und werden wol meist mit diesen zusammengebunden vorkommen). L. hatte die Absicht, pro renOy8.tjO11e 1i11guet9 18tj1ms von diesen Werken auf einer Reise zum Oberrhein und von da über den Osten Deutschlands durch Niedersachsen nach Westfalen zurück etwa 15O0 Exemplare zu vertreiben. Aber bereits in Koblenz schreckten ihn die Nachrichten über die Kriegswirren in Süddeutschland (Karl von Burgund) zurück. Ob er einen zweiten Plan, die Reife durch die Niederlande bis Paris auszudehnen, wirklich ausführte, ist unbekannt. L. hat noch verschiedene Schulen in den Niederlanden geleitet, wie Campen, Amsterdam, Alkmar, aber nirgends festen Fuß gefaßt, sondern überall, wie Hamelma1m angibt, den Intriguen der Gegner des Humanismus weichen müssen. Er starb, wie es scheint, gegen 1508. Von sonstigen Schriften Liber´s sind gedruckt ein „0zrmen ps.negz7rjcum j11 18mc1Sm St ju0uncll1m 8„(1y8llt.Um 9Je 1tä1jz V1sts.11tjsjmi Or a(1n1jrsi1(1j 1s’11j10SOp11iIkl. WesO1j“, ferner „lN 18-u(1em jn01ite (I010110r11m Ur’Ois 1FIp)’gr8mm:-D“ (1483)„ endlich „1`1Fll1llj111lkkslltOl’ ruti1i ll1tOrpretsrio“ (Deventer 1493). An Geist z. B. seinem Zeitgenossen A. Hegius weit überlegen, erlangte er doch keinen Namen wie dieser, weil er nirgendwo zur Ruhe gelangte, um die Erfolge seiner Mühen ernten zu können- Der Grund lag offenbar darin, daß er mit größerer Energie und Rücksichtslosigkeit die Tendenzen des Humanismus verfolgte. Vgl.: 1)e Ant-o11ij I.jberj 8t18:ctten8js uids Sr 8Oriptjs (IOmments„tjuu0u18-. 8O1–jpsit (3sui1. 01–6osij118 (in der Festschrift zur Begrüßung der 34. Versammlung deutscher Philologen und Schulmänner zu Trier überreicht im Namen der 16. Versammlung rheinischer Schulmänner. Bonn 1879. S. 139 ff.). “ W.