ADB:Pallavicini, Carlo

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Artikel „Pallavicini, Carlo“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 25 (1887), ab Seite 98, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Pallavicini,_Carlo&oldid=562357 (Version vom 11. Dezember 2009, 00:00 Uhr UTC)
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PrllllWieini: Carlo P. (Pallavicino), geboren zu Brescia, war einer der beliebtesten Operncomponisten seiner Zeit, dessen Werke namentlich in Venedig von 1666–1687 zur Aufführung kamen. Ein genaues Berzeichniß derselben giebt FStis in seiner Bjogr8pI1je unjv7e1–8O11S C1es musjOjen8 (19a1–js 1864- Vl„ 437s). Vom Jahre 1667 an wird P. als Vicecapellmeister, seit 1672 als Capellmeister der kurfürstl. sächsischen Capella: erwähnt. Urkundlichen Nachrichten zufolge lebte er 1673 noch in Dresden, scheint aber bald nachher seine Stellung ausgegeben zu haben und nach Italien zurückgegangen zu sein. Im Jahre 1688 engagirte ihn Kurfürst Johann Georg III. abermals als Capellmeister einer für Dresden bestimmten italienischen Oper. In der ihm in Venedig ausgestellten Bestallung heißt es, er sei zum Capellmeister ernannt worden ,.in Betracht seiner guten Wissenschaft und weil er bei Unsers in Gott höchftselig ruhenden Herrn Vaters Gnaden in unterthänigsten Diensten gewesen etc.: er soll sich auf Unser Begehren bei UnS in Unserer Residenz Dresden einfinden, tüchtige Sänger und Cantatricen, da wir deren zu denen Opern, so Wir präsentiren lassen möchten, gnädigst verlangen werden, mit sich bringen; jedoch soll ihm, wenn Wir seiner nicht mehr bedürftig, sich wiederum in Italien zu begeben, gnädigst vergönnt sein. Außer Ersatz der Reisekosten ward ihm eine jährliche Besoldung von 400 Thalern bewilligt. Während des Carnevals 1686 fanden nun in Dresden mehrere italienische Qpernvorstellungen statt, welche großes Aufsehen erregten, umsomehr, da zum erstenmale eine Sängerin, Margherita Salicola, darin a;1ftrat. 1)r. Carl v. Weber hat in seinen Beiträgen zur Chronik Dresdens (Leipzig 1859 S. 69 flg.) höchst interessante Einzelheiten über das Engagement dieser Sängerin erzählt. Nach Beendigung der italienischen Opernvorstellungen war P. jedenfalls wieder nach Italien zurückgegangen, denn vom 1. Januar 1687 an stellte man ihn von Neuem als „08me1s AO ’k11S8– trA–1is 1llusjes 1e l’rsksOtum“ mit 1200 Thlr. Gehalt an. Am 2.Fellruar 1687 Abends 6 Uhr ward nun zum ersten Male die dreiactige italienische Oper (1)rs.met per I111SiOA) „l.er (3terusa1emi11e 1jbers„ts von Giul. Cesare Corradi, componirt von P., gegeben: „so bis Abends.s410 Uhr gewähret“; in ihr feierte die Salicola als Armide neue Triumphe. Das Jahr darauf, am 29. Januar 1688 starb P. in Dresden, wurde Sonnabend den 4. Februar nach Kloster Marienstern gebracht und dort begraben. Die königl. Musikaliensammlung in Dreck-den besitzt als sehr interessantes Unicum die Partitur von Pallavicinis Oper [99] l.u–(3O1sus t1emms 1jbsr2trz, sowie das mit einer deutschen Uebersetzung gedruckte Textbuch. Die Oper ward in Hamburg italienisch 1694, in deutscher Uebersetzung von Fiedler 1695 unter dem Titel Armide gegeben (vergl. Allgem. musikal. Zeitung 1877 und 1878). Eine Oper Antiope von P., gedichtet von dessen Sohn Stefano, an deren Vollendung der Componist durch den Tod verhindert worden war, beendigte der bekannte Kurfürstl. Sächs. Vicecapellmeister Nicolaus Adam Strungk. Die Oper wurde im Februar 1689 mit großem Erfokg viermal in Dresden gegeben. Partitur und das mit einer deutschen Uebersetzung versehene Textbuch besitzt ebenfalls die Musikaliensammlung des Königs von Sachsen. Ueber ein Oratorium von P. „llsl’rjor1ko (1O118 OA-8tjts t“, welches Burney in Partitur kennen lernte, urtheilt derselbe nicht günstig. Als Operncomponist stand P. vollständig auf der Höhe seiner Zeit, ohne jedoch irgendwie epochemachend aufzutreten. Der schon erwähnte Sohn Pallavicinis war am 31. März 1672 zu Padua geboren und zu Salo im Collegium der 1-. 19. Somaschi erzogen worden. Der Knabe machtefolcheFortschritte, daß er bereitsim Alter von 10 Jahren in der Philosophie disputirte. Nach beendeten Studien ging er mit seinem Vater nach Dresden (1686), wo er, erst 16jährig, zum Hofpoeten ernannt wurde und seine erste Oper „1entiO13S“ dichtete. Nach dem Tode Johann Georg III. trat er in die Dienste Johann Wilhelms (Kurfürsten von der Pfalz) als Hofpoet und Secretair; nach dessen Tode (1716) kam er um 1718 in gleicher Eigenschaft wieder nach Dresden, wo er im April 1742 starb. Unter seinen vielen Werken wird besonders eine Uebersetzung des Horaz gerühmt. Or-e1–0 (jsi 8jgn01stsä’ano BO11e(1ett0 kst11Mjcinj. R?811e2j:-1- 1744.

Fürstenau.
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