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IV.
An ** wegen eines Vorwurfs über Liebe
Jüngling, willst du mich verdammen?
Jüngling, hast du nie geliebt?
Loderte in gleichen Flammen
Nie dein Herz mit der zusammen
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Die des Himmels Vorschmack giebt?
O so schweig! Vermag dem Kranken
Aller Freuden Götterwein –
Göß auch Hebe selbst ihn ein –
Ungekostet, die Gedanken
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Seines Trübsinns zu zerstreun? –
Mich verdammen? – Jüngling, weine!
Denn noch lacht kein Morgenroth
Deinem Lenz mit Purpurscheine,
Da den Kelch von diesem Weine
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Dir noch nie die Göttin bot.
Unter Winternächten starrend,
Schlummert deiner Freude Land
Kaum geahndet! Auf die Hand
Einer mildern Allmacht harrend,
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Die des Nebels Nacht verbannt.
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Heil! Mir sind sie nun entflogen
Nebelhüll und Winternacht!
Seit im goldnen Strahlenbogen
Du am Aether aufgezogen,
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Du auf mich herabgelacht.
Wie einst Orpheus Zauberleier
Leben strömte durch den Hain,
Leben durch den Marmorstein,
Goßest du der Liebe Feuer
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Durch dieß schlummernde Gebein.
In der Jugend schwachem Kahne
Irrt’ ich mit der Sehnsucht Weh
Auf des Lebens Oceane,
Als die hohe Götterfahne
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Mir vom Ufer flatterte.
Ha! Willkommen Lustgefilde!
Muttererde sey gegrüs’t!
Wo die Thräne, die noch fließt
Mit dem Rosenmund die Milde
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Von des Dulders Wange küßt.
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Neu durchathmet, neugebohren
Fühl’ ich meines Geistes Kraft;
Röther schimmern mir Auroren,
Freundlicher umtanzen Horen
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Meine neue Pilgerschaft.
Dichter, schwesterlicher ketten
Sich der Freude Wonnereihn,
Nachtigallen flöten drein,
Singen mich auf Rosenbetten
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Sanft zu süßen Träumen ein.
Schöner, als beym Göttermahle,
Beut die Liebe mir die Frucht,
Süsser labt der Quell im Thale
Als der Wein der Nektarschaale,
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Denn den Quell hat sie gesucht!
Werther, daß ihn Pindar [sänge],
Ist der Kranz, den ihre Hand
Im bescheidnen Thale band,
Als die Kron’ im Festgepränge,
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Die dem Sänger Hellas wand.
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Jüngling, guter Jüngling, weine!
Deiner Freude Blüthe bricht;
Denn die Himmlische, die Eine
Pflegt in ihrem Sonnenscheine
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Der verwaisten Blüthe nicht .-
Seelig, seelig, wem die Liebe
Zu des Lebens Trost und Stab,
Eine holde Freundinn gab;
Nimmer zieht sein Himmel trübe
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Sich um seiner Freuden Grab.
Liebe giebt ihm Adlerflügel,
Hoch empor zum Sonnenlauf;
Liebe, Gottes reiner Spiegel,
Drükt der Unschuld heilges Siegel
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Ihrem Schöngebohrnen auf;
Winkt vom Himmel Engel nieder,
Zaubert ewig jung und grün
Ein Arcadien um ihn,
Wo die Freud’ und Unschuld wieder
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Traulich durch die Hütten ziehn.
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Wenn der Sturm des Lebens stürmet,
Tausend Wetter ihn umdrohn,
Woge sich auf Woge thürmet,
O! wer faßt, wer hält, wer schirmet
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Der Verzweiflung Unglückssohn? –
Liebe mit der starken Rechte
Schirmt des Glükkes Königssohn!
Sieh! Die Wetter sind entflohn,
Und durch helle Sternennächte
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Säuselt sanft ihr Silberton:
„Sey gegrüßt! Vom Wogenschwarme
Sollst du, matter Dulder, nun
Nach des Lebens Müh’ und Harme
In der Liebe sicherm Arme
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Weich auf Rosenbetten ruhn!
In dem ersten keuschen Kusse,
Den dir deine Milde küßt,
Wenn sich Seel’ in Seel’ ergießt,
Sey mit himmlischem Genusse
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Jedes Erdenweh versüßt.“
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Sieh! Wie mir der Engelfriede
Labungsvoll entgegenfliegt.
Nachtigall mit deinem Liede
Wird im süssen Traum der Müde
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Nach Elysium gewiegt.
Still ihr Lüfte. Leis’ umflügelt
In der Ahndung Silberflor
Mich der Träume stilles Chor,
Und ein süsses Sehnen spiegelt
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Mir ein schön’res Eden vor. –
Dufte süßer, heil’ge Blume,
Rinne leiser, Schattenbach!
Saiten, schweigt vom Heldenruhme,
Hallt in diesem Heiligthume
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Nur das Kußgeflüster nach!
Ha! dieß Stammeln! Ha, dieß Beben!
Dieser glühe Flammenkuß,
Dieser Wonnen Vollgenuß –
Kündet das ein höhres Leben –
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Oder Nacht des Erebus? –
W. Fink.
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