An den Mond

aus Wikisource, der freien Quellensammlung

Wechseln zu: Navigation, Suche
Textdaten
Autor: Johann Wolfgang von Goethe
Titel: An den Mond
Untertitel:
aus: Goethes Schriften, Achter Band. Seite 153-154
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1789
Verlag: G. J. Göschen
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Google Scans auf commons.
Kurzbeschreibung: Erstdruck
Wikipedia-logo.png Artikel in der Wikipedia
Bild
[[Bild:|250px]]
Bild
{{{EXTERNESBILD}}}
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
[[index:|Link zur Indexseite]]


[153]

 An den Mond.


     Füllest wieder Busch und Thal
Still mit Nebelglanz,
Lösest endlich auch einmal
Meine Seele ganz;

5
     Breitest über mein Gefild

Lindernd deinen Blick,
Wie des Freundes Auge mild
Ueber mein Geschick.

     Jeden Nachklang fühlt mein Herz

10
Froh und trüber Zeit,

Wandle zwischen Freud’ und Schmerz
In der Einsamkeit.

     Fließe, fließe, lieber Fluß!
Nimmer werd’ ich froh;

15
So verrauschte Scherz und Kuß

Und die Treue so.

[154]
     Ich besaß es doch einmal,

Was so köstlich ist!

20
Daß man doch zu seiner Qual

Nimmer es vergißt!

     Rausche, Fluß, das Tal entlang,
Ohne Rast und Ruh,
Rausche, flüstre meinem Sang

25
Melodien zu!


     Wenn du in der Winternacht
Wüthend überschwillst
Oder um die Frühlingspracht
Junger Knospen quillst.

30
     Selig, wer sich vor der Welt

Ohne Haß verschließt,
Einen Freund am Busen hält
Und mit dem genießt,

     Was, von Menschen nicht gewußt

35
Oder nicht bedacht,

Durch das Labyrinth der Brust
Wandelt in der Nacht.

Persönliche Werkzeuge