An meinen Freund Herrn P. St.
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VI.
An meinen Freund Herrn P. St.
der mich gefragt hatte
ob ich die braunen Mädchen den blonden vorzöge?
Jüngst erst fragtest du, ob meinem Herzen 5
Schwer ist hier die Wahl! – Auf Ida’s Höhen,Hat schon blind sich Paris fast gesehen; 10
Will dir dreist des Herzens Stimme sagen,Und dein Beyfall sey mir hoher Lohn, 15
Wenn die nie getrübte AetherbläueOhne Ausdruck blaues Aug’ umschwimmt, Gleich des Blitzes Stralen brennt es Wunden 20
Auch in wohlbewahrte Herzen ein;Und doch sehnt man sich nicht zu gesunden, 25
Jede Edelthat mit HochentzückenSie erfüllt, – sie gern den Edlen kränzt; – 30
Sie, der Gottheit gleich, zu mildern strebt;Wenn bescheidne – milde Rosenröthe, 35
Wenn beym schwachen Ton von LobgesängenIhr gesungen, Purpurflammen sich 40
Schaue gern in schwarzer Augen Nacht! –Schmücke sie mit frischen Rosenkränzen v. R.
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