Beschreibung eines sich selbst registrirenden Fluthmessers, nebst einigen mit diesem Apparate erhaltenen vorläufigen Resultaten
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XII. Beschreibung eines sich selbst registrirenden Fluthmessers, nebst einigen mit diesem Apparate erhaltenen vorläufigen Resultaten;
von E. Lenz.
(Aus dem Bulletin der St. Petersburger Academie vom Hrn. Verfasser mitgetheilt.)
Der Fluthmesser ist auf Taf. II in achtfach verkleinertem Maaßstabe dargestellt, in Fig. 5 in einer Ansicht von vorn, in Fig. 6 von der Seite; auf beiden Tafeln entsprechen gleiche Buchstaben denselben Theilen des Apparats. [410] Um die horizontale Axe DC dreht sich die Kreisscheibe AB, um welche ein Draht gewunden ist, an dessen unterem Ende der Schwimmer P, ein getheerter Holzklotz oder ein hohler kupferner Körper, befestigt ist. Dieser Schwimmer schwimmt in einer Art von Brunnen OR, welcher in’s Meer herabgebaut ist, an einer solchen Stelle des Ufers, die auch bei der niedrigsten Ebbe nicht trocken gelegt wird; in der Tiefe communicirt der Brunnen mit dem Meere durch eine enge Röhre TT', oder auch durch eine oder einige kleine Oeffnungen; es wird also das Wasser im Brunnen mit der Fluth des freien Meeres zugleich steigen und mit der Ebbe sinken, ohne doch, wegen der engen Communication, an der Wellenbewegung des Wassers Theil zu nehmen. Um die kleine Rolle C ist ein anderer Draht geschlungen, welcher ein Gewicht Q trägt, wodurch die Kreisscheibe AB nach der entgegengesetzten Seite, als von P, gezogen wird, und welches so schwer ist, daß es den Draht BP immer gespannt hält. Auf der Axe DC sitzt bei E ein Drilling, der mit seinen Zähnen in die Triebstangen FG greift, und diese daher senkt oder hebt, je nachdem sich der Schwimmer P senkt oder hebt; dabei bemerke ich, daß das Gewicht dieser Stange so groß ist, daß dadurch jeder todte Gang im Getriebe vermieden wird. An dem oberen Ende der Triebstange ist mit einem Gelenke ein Theil GH befestigt, dessen Construction in Fig. 6 deutlich zu ersehen ist. Er besteht am oberen Ende aus einem gabelförmigen Halter, in dessen Lagern bei a, b sich ein hohler Messingcylinder HH' ohne alles Schlottern um seine Axe drehen kann. An seiner hohlen Axe befindet sich ein Schieferstift kl, welcher durch drei Schrauben bei H und H' möglichst genau in die Axe des Messingcylinders gestellt und in dieser Stellung fixirt werden kann. Die Spitze des Stifts k wird dann dadurch genau in die Axe [411] dieses Cylinders gebracht, daß der ganze Theil GH, nach bei Seiteschieben der Feder cd, zurückgeschlagen, die Schnur eines Drehbogens um die Rolle fg geschlungen und der Stift in schnelle Drehung versetzt wird, während eine feine Feile schräg an den Stift gehalten wird. Begreiflich muß bei dieser Art der Zuspitzung die Spitze genau mit der Axe des sich drehenden Theils zusammenfallen, und folglich sich bei jeder neuen Zuspitzung immer wieder in derselben Höhe über dem Ende F der Triebstange befinden. Hierauf wird der Theil GH wieder heraufgeklappt und die Feder cd davorgeschoben, so daß sich die Spitze k dadurch mit einiger Kraft gegen die Schiefertafel MN (Taf. II Fig. 5) andrückt. Die Tafel selbst, in einem Messingrahmen gefaßt, wird in einen besonderen Messingrahmen KL eingeschoben, welcher mittelst zweier Rollen auf einer kleinen Eisenbahn XY hin- und hergeschoben werden kann. Der Messingrahmen KL trägt an seinem hinteren Theile, der ganzen Länge nach, ein horizontales messingenes Lineal, welches bei m (Taf. II Fig. 6) im Durchschnitt zu sehen und unten, der ganzen Linie nach, gezahnt ist. An diese Zähne greift der Drilling n, der durch die Uhr U gedreht wird, so daß er den Rahmen KL mit der Tafel in etwa 28 Stunden vor der Spitze des Stifts K gleichmäßig vorüberschiebt. Aus der obigen Beschreibung ist nun klar, daß wenn der Schwimmer P durch die Ebbe und Fluth fällt und steigt, die Bleistiftspitze K um einen entsprechenden Theil sinken und steigen wird, wobei das Verhältniß seiner Bewegung zu der des Schwimmers beliebig eingerichtet werden kann durch Bestimmung des Durchmessers des Drillings E gegen den Durchmesser der Scheibe P. In dem nach Neu-Archangelsk gesendeten Apparate, der für eine Fluthveränderung von 22 Fuß eingerichtet werden mußte, ist das Verhältniß beider Durchmesser =1 : 32 genommen worden. Ist nun die Schiefertafel durch horizontale [412] Paralellstriche an der Vorderfläche in zweiundzwanzig gleich breite horizontale Zonen getheilt, wovon jede Der Apparat hat zwei solche Tafeln, so daß wenn die eine herausgenommen wird, um die angegebenen Fluthen zu copiren (was auf genau so, wie die Tafel, schon fertig liniirten Papier geschieht), unterdessen die Fluth sich auf der andern Tafel verzeichnet.
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Fuß breit ist, so wird der Stift um eine solche Theilung steigen, wenn die Fluth den Schwimmer