Der Gott und die Bajadere
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Der Gott und die Bajadere
Indische Legende.
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Er bequemt sich hier zu wohnen, Läßt sich alles selbst geschehn, 10
Die Großen belauert, auf Kleine geachtet,Verläßt er sie Abends um weiter zu gehn. 15
Ein verlohrnes schönes Kind:Grüß dich Jungfrau! – dank der Ehre, [189]
Wart, ich komme gleich hinaus – 20
Sie rührt sich die Cymbeln zum Tanze zu schlagen,Sie weiß sich so lieblich im Kreise zu tragen, 25
Schöner Fremdling, lampenhelle Soll sogleich die Hütte seyn, 30
Ruhe, Freuden oder Scherz.Sie lindert geschäftig geheuchelte Leiden, Und er fordert Sclavendienste 35
Immer heitrer wird sie nur, Und des Mädchens frühe Künste 40
Ist Gehorsam im Gemüthe Wird nicht fern die Liebe seyn. 45
Und er küßt die bunten Wangen Und sie fühlt der Liebe Quaal, 50
Nicht um Wollust noch Gewinnst, Ach und die gelenken Glieder [191]
Und so zu des Lagers vergnüglicher Feyer, 55
Die nächtlichen Stunden das schönste Gespinnst.
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Schreyend stürzt sie auf ihn nieder, Aber nicht erweckt sie ihn, 65
Sie raset und rennet und theilet die Menge.Wer bist du? was drängst du zur Grube dich hin? [192]
Meinen Gatten will ich wieder! 70
Und ich such ihn in der Gruft. Soll zu Asche mir zerfallen 75
Es singen die Priester: wir tragen die Alten,Nach langem Ermatten und spätem Erkalten, 80
Lebst du doch als Bajadere, Und so hast du keine Pflicht. 85
Das ist Pflicht und Ruhm zugleich.Ertöne Trommete zu heiliger Klage [193]
O! nehmet ihr Götter die Zierde der Tage, 90
Mehret ihres Herzens Noth, Und mit ausgestreckten Armen 95
Und in seinen Armen schwebet Die Geliebte mit hervor, GOETHE.
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