Der Käfer

aus Wikisource, der freien Quellensammlung

Wechseln zu: Navigation, Suche
Textdaten
<<< >>>
Autor: Johann Peter Hebel
Titel: Der Käfer
Untertitel:
aus: Alemannische Gedichte
Herausgeber: {{{HERAUSGEBER}}}
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1834
Verlag: Chr. Fr. Müller’sche Hofbuchhandlung
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Karlsruhe
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: J. P. Hebels sämmtliche Werke, Bd. 1, S. 105–107
Digitalisat der Uni Freiburg
Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo.png Artikel in der Wikipedia
Bild
[[Bild:|250px]]
Bild
{{{EXTERNESBILD}}}
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
[[index:|Link zur Indexseite]]


[105] Der Käfer.

Der Chäfer fliegt der Jilge zue,
es sizt e schönen Engel dört!
er wirthet gwis mit Bluemesaft,
und ’s chostet nit vil, hani g’hört.

5
     Der Engel seit: „Was wär der lieb?“ –

„Ne Schöpli Alte hätti gern!“ –
Der Engel seit: „Sell cha nit sy,
sie hen en alle trunke fern.“

     „So schenk e Schöpli Neuen i!“ –

10
„Do hesch eis!“ het der Engel gseit.

Der Chäfer trinkt, und ’s schmeckt em wohl,
er frogt: „Was isch mi Schuldigkeit?“

     [106] Der Engel seit: „He ’s chostet nüt:
„Doch richtsch mer gern e Gfallen us,

15
„weisch was, se nimm das Bluememehl,

„und tragmers dört ins Nochbers Hus!“ *)[1]

     „Er het zwor selber, was er bruucht,
„Doch freut’s en, und er schickt mer au
„mengmol e Hämpfeli Bluememehl

20
„mengmol e Tröpfli Morgethau.“


     Der Chäfer seit: „Jo frili, io!
„Vergelts Gott, wenn de z’friede bisch.“
Druf treit er’s Mehl ins Nochbers Hus,
wo wieder so en Engel isch.

25
     Er seit: „I chumm vom Nochber her,

„Gott grüeß di, und er schickt der do
„au Bluememehl!“ Der Engel seit:
„De hättsch nit chönne iuster cho.“

     [107] Er ladet ab; der Engel schenkt

30
e Schöpli guete Neuen i.

Er seit: „Do trink eis, wenn de magsch!“ *)[2]
Der Chäfer seit: „Sell cha scho sy!“

     Druf fliegt er zue si’m Schätzli heim,
’s wohnt in der nöchste Haselhurst.

35
Es balgt und seit: „Wo blibsch so lang?“

Er seit: „Was chani für mi Durst?“

     Jez luegt er’s a, und nimmts in Arm, **)[3]
er chüßts, und isch bim Schätzli froh.
Druf leit er si ins Todtebett,

40
Und seit zuem Schätzli: „Chumm bal no!“


     Gell Sepli, ’s dunkt di ordeli!
De hesch au so ne lustig Bluet.
Je, so ne Lebe, liebe Fründ,
es isch wohl für e Thierli guet.


  1. *) [106] Ausgabe I.
    „und tragmers gschwind ins Nochbers Hus!“
  2. *) [107] Ausgabe I.
    Er seit: „Chumm, trink eis, wenn de magsch!“
  3. **) Jez stoht er uf, er nimmts in Arm,
Persönliche Werkzeuge