Die Siegel der deutschen Kaiser und Könige Band 5/Landfrieden
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3. Landfrieden
Schwäbischer Landfrieden. Ein Kreuz auf einen achtstrahligen Stern aufgelegt. Aussteller der Urkunde ist: Bertholdus de Vronhouen iudex et consules pacis. Über das hier urkundlich nachgewiesene judicium pacis ist nichts Näheres bekannt. Die Führung eines eigenen Siegels deutet darauf hin, daß es sich hier um eine Institution handelt die, mehr als bloß vorübergehende Bedeutung und Wirksamkeit hatte, wohl ein Landfriedensbündnis schwäbischer Adeliger während des Interregnums (II, Taf. 58, 1).
Thüringer Landfrieden. Der König sitzt auf einem gepolsterten Stuhle, hält in der Rechten das Schwert, in der Linken das Zepter. Zu beiden Seiten des Oberkörpers: rechts ein Schild mit dem mainzer Rad, links ein Schild mit dem thüringer Löwen. Zu beiden Seiten des Stuhles je ein sechseckiger Stern (II, Taf. 58, 2).
Sigillum pacis generalis des sächsischen Landfriedensbundes, bestehend aus Mitgliedern, an deren Spitze der Erzbischof Erich von Magdeburg stand. Christus auf einem Throne, oben quer gelegt in der Richtung gegen die Ohren jederseits ein Schwert. Darüber rechts ein Doppelkreuz in dem Buchstaben W (statt
Westfälischer Landfrieden. Der sitzende Erzbischof in der Rechten das Schwert, in der Linken die in ein Kreuz auslaufende Fahne haltend (II, Taf. 58, 4).
Thüringer Landfrieden. Aussteller der Urkunde: Graf Günther XV. von Schwarzburg. In dreieckigem Schilde der nach rechts steigende thüringer Löwe (II, Taf. 58, 5).
Thüringer Landfrieden. Aussteller: der Graf von Altenberge. In dreieckigem Schilde der nach rechts steigende gekrönte thüringer Löwe (II, Taf. 58, 6).
Thüringer Landfrieden. Aussteller: wie No. 6. Der thüringer mit Lindenzweigen geschmückte Helm (II, Taf. 59, 1).
Thüringer Landfrieden. Aussteller: Graf Günther XV. von Schwarzburg. In schrägrechts liegendem dreieckigem Schilde der nach rechts steigende gekrönte thüringer Löwe; auf dem Schilde der thüringer Helm; Siegelfeld damasziert (II, Taf. 59, 2. 3).
Thüringer Landfrieden. Aussteller: Graf Günther XV. von Schwarzburg. In dreieckigem Schilde der nach rechts steigende gestreifte und gekrönte thüringer Löwe. Siegelfeld damasziert (II, Taf. 59, 4).
Landfrieden am Rhein. Aussteller der Urkunde: Berthold Vogt von Ursele obirmann des lantfridin und die geswarn derubir. In der Siegelformel: unsiz lant fridiz ingesigil. Als Siegelbild drei Schilde 1. 2 zu 3 gestellt: 1. Reichsadler, 2. Erzbistum Mainz, 3. Zickzackbalken (Wappen des Ausstellers) (II, Taf. 59, 5).
Thüringer Landfrieden. Aussteller: Graf Heinrich IX. von Schwarzburg. In dreieckigem Schilde der nach rechts steigende, gestreifte und gekrönte thüringer Löwe; Siegelfeld damasziert (II, Taf. 59, 6).
Rheinischer Landfrieden. Drei Schilde: 2·1 gekrönter Löwe, Rad, 3. gabelfüßiger Schrägen (Wappen? des von Buchez obirmanns des Landfriedens) (II, Taf. 60, 1).
Thüringer Landfrieden. Aussteller: Graf Günther XV. von Schwarzburg. Thüringer Helm (II, Taf. 60, 2).
Thüringer Landfrieden. Aussteller: Graf Günther XV. von Schwarzburg, „iudex generalis ac 12 paces conservatores per Thuringiam“. Im Siegelfelde der thüringer Helm. Zwischen der Helmzier eine Rose (II, Taf. 60, 3).
Meißener Landfrieden. Aussteller: Burggraf Meinher IV. von Meißen. Ein an ein hohes Schwert gelehnter Ritter, der mit der Linken den Schild hält, dessen Zeichen nicht zu erkennen ist (II, Taf. 60, 4).
Lothringer Landfrieden. Neben einem mit schmuckvollem Ärmel und Eisenhandschuh bekleideten Arme, der ein Schwert aufrecht hält, das Wappen der Grafen von Saarwerden, ein nach rechts geneigter Schild mit doppelköpfigem Adler, darüber ein Stechhelm, eine Bischofsmütze als Helmzier und ein Kissen mit Federwedel (II, Taf. 60, 5).
Rheinischer Landfrieden. Größeres Siegel (sigillum pacis argenteum), mit dem nur eine Urkunde (1341 Sept. 15, Gedr. Schaab, Gesch. des großen rhein. Städtebundes 2, 157 mit falschem Datum) besiegelt war.
Rheinischer Landfrieden, kleineres Siegel. Vorsitzender desselben: Konrad von Erbach. Vgl. Schaab, a. O. 133. Zweiköpfiger Adler, die Brust belegt mit dem Schilde von Erbach (drei Sterne) (II, Taf. 61, 1).
Stehende Figur des Königs bis zum Knie, in der Rechten das Schwert, in der Linken den Reichsapfel haltend. Rechts ein geteilter Schild, Wappen? des Ausstellers, des Hauptmanns Heinrich von Heinberg (II, Taf. 61, 2).
Landfrieden zwischen Rhein und Maas. Adler mit dem Schwerte (II, Taf. 61, 3).
Stehende Figur des Königs wie No. 19, rechts der Schild mit dem Reichsadler, links mit dem böhmischen Löwen (II, Taf. 61, 4. 5).
Landfrieden in der Wetterau (II, Taf. 61, 6). Phalweise: Adler, Rad und zwei Sparren, zu Seiten zwei Kreuze.
Landfrieden für Franken und Schwaben. Schild mit Querbalken des Landgrafen Johann von Leuchtenberg (II, Taf. 61, 7).
Stehende Figur des Kaisers bis zum Knie, in der Rechten das Schwert, in der Linken den Reichsapfel haltend. Rechts der Schild mit dem Reichsadler, links mit dem böhmischen Löwen. Wohl moderne Fälschung (II, Taf. 61, 8).
Aussteller: Ritter Friedrich von Seldneck. Stehende Kaiserfigur wie No. 24. Rücksiegel: ein Ziegenbock.
Stehende Figur des Königs wie No. 24 (II, Taf. 62, 3. 4).
Landfrieden unter Wenzel. Der König bis zum Knie, das bärtige Haupt mit der Laubkrone bedeckt, in der Rechten ein Schwert an die Schulter gelegt, in der Linken einen kleinen Reichsapfel. Zu beiden Seiten, zwischen Hals und Kopf, auf dreieckigen Schilden: rechts der einfache Adler, links der böhmische Löwe (II, Taf. 62, 5. 6). Das von Schulte (Zeitschr. f. d. Gesch. d. Oberrheins N. F. 5, 129) beschriebene, im Generallandesarchiv zu Karlsruhe befindliche Typar stellt sich als eine moderne galvanoplastische Fälschung nach einem Abdruck heraus.
Neben dem Adler rechts und links zwei Arme, von denen jeder einen Bischofsstab hält (II, Taf. 62, 7).
Landfrieden in Thüringen und Meißen. Der König im Ornat auf dem Throne sitzend, in der Rechten das Zepter, in der Linken den Reichsapfel haltend. Links neben ihm ein Wappenschild mit dem nach links steigenden Löwen (II, Taf. 63, 1).
Landfrieden unter Wenzel. Figürliche Darstellung wie No. 27 (II, Taf. 63, 2). Mit kleinem Rücksiegel. Auf dreieckigem Schilde ein linker Schrägbalken, auf welchem drei übereinander stehende Spitzen. Außen am Schilde auf drei Seiten die Buchstaben V · L · C (II, Taf. 63, 3).
Einfacher Adler, Brust mit Schild belegt, dessen Wappen nicht mehr zu erkennen ist (II, Taf. 63, 4).
Landfrieden unter Wenzel. Der Messingstempel wurde bei Giengen (Schwaben) auf dem Ackerfelde gefunden. Er hat auf der Rückseite eine Handhabe. Figürliche Darstellung wie vorher. Unterhalb des Schwertes ein Fisch, der aus der Gewandfalte von II, Taf. 63, 3 geworden ist. Moderne Fälschung (II, Taf. 63, 5).
Landfrieden in Franken und Bayern. Figürliche Darstellung wie No. 27. Unten der bayerische Weckenschild (II, Taf. 63, 6).
Landfrieden unter Sigismund. Der König bis zum Knie mit Königskrone, in der Rechten das Schwert aufrecht an die Schulter haltend, in der Linken den Reichsapfel mit Kreuz. Auf beiden Seiten des Kopfes auf halbovalen Schilden: rechts der einfache Adler, links das Patriarchenkreuz von Ungarn, unten am Rande der viermal geteilte Schild von Ungarn. Das Siegelfeld ist von einem scharf erhobenen Rande umgeben, gegittert und zeigt in den Gittern den einfachen Adler. Den inneren Rand schmückt eine mit Blättern verzierte Bogenlinie (II, Taf. 63, 7). Der Stempel wurde 1862 in einer Eisenhandlung zu Frankfurt a. M. in einem Haufen alten Eisens gefunden. Da auf demselben das Königreich Böhmen weder im Titel erwähnt, noch durch ein Wappen vertreten ist, so kann es, da Sigismund 1420 in den Besitz von Böhmen kam, nicht das Siegel des 1431 errichteten allgemeinen Landfriedens sein, sondern müßte sich auf einen vor 1420 errichteten beziehen. Offenbar liegt auch hier eine moderne Fälschung vor. |
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