Lindor und Mirtha
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Lindor und Mirtha.
Mirtha.
Lindor, es sinket der Tag, verglimmend in heimlichem Schimmer, Lindor.
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Welch’ ein liebliches Licht! Komm laß uns den Gipfel ersteigen, Wie um das graue Gestein spielet der rosige Duft! [101]
Leicht von Nebel umwallt, oben in Feuer getaucht! Mirtha.
Wie ist die Reb’ entstellt, der goldnen Trauben entladen, 10
Und das stille Gehölz, wie säuseln im Winde die Blätter Sterbend hernieder, wo oft Amor mit uns sich verbarg. Lindor.
Weihte, du Liebe, sich nicht der Rebe reifende Kinder 15
Wie mit dem Kreisel das Kind spielend, das Laub ihm hinweg.Mirtha.
Sieh, wie weit sie hinweg den Schmuck des armen entführen, Lindor.
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Liebchen! es kehret der Lenz, es kehren die schmeichelnden Lüfte Einst mit süßerem Kuß, zu den Dryaden zurück, Mirtha.
Ach! daß Alles vergeht! die Blumen und Jugend und Liebe, 25
Nur die Sehnsucht der Brust nach Unvergänglichem bleibt!Geister auch trennet die Zeit, verwandte Seelen – sie finden, Lindor.
Ist denn der Wechsel nicht schön? es finden auch Seelen sich wieder, 30
Ha! wie strahlet die Welt voll heitrer, freundlicher Bilder,Ueberall winkt uns Genuß, überall Jugend und Glück! Mirtha.
Laß mich, ich neide dich nicht! mit süßen, unendlichen Qualen 35
Während mein liebendes Herz innigst die Welt in sich zieht.SOPHIE MEREAU.
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