Morgen Sonnet

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Textdaten
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Autor: Andreas Gryphius
Titel: Morgen Sonnet
Untertitel:
aus: Freuden vnd Trauer-Spiele auch Oden vnd Sonnette sampt Herr Peter Squentz Schimpff-Spiel. Sonnette. Das Ander Buch. S. 29
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1658
Verlag: Johann Lischke
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Erscheinungsort: Breßlau
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
Überschriebene e über a, o und u wurden als moderne Umlaute transkribiert.
Siehe auch das Thema Morgen
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I. Morgen Sonnet.

DIe ewig helle Schaar wil nun ihr Licht verschliessen /
     Diane steht erblaßt; die Morgenrötte lacht
     Den grauen Himmel an / der sanffte Wind erwacht /
Vnd reitzt das Federvolck / den neuen Tag zu grüssen.

5
Das Leben dieser Welt / eilt schon die Welt zu küssen /

     Vnd steckt sein Haupt empor / man siht der Stralen Pracht
     Nun blinckern auff der See: O dreymal höchste Macht
Erleuchte den / der sich itzt beugt vor deinen Füssen!
     Vertreib die dicke Nacht / die meine Seel vmbgibt /

10
     Die Schmertzen Finsternüß / die Hertz vnd Geist betrübt /

Erquicke mein Gemütt / vnd stärcke mein Vertrauen.
     Gib / daß ich diesen Tag / in deinem Dinst allein
     Zubring; vnd wenn mein End’ vnd jener Tag bricht ein
Daß ich dich / meine Sonn / mein Licht mög ewig schauen.

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