RE:Barbier
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| Bd. III,1 (1897), Sp. 3–4 | |
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Eine Thonfigur aus Tanagra stellt einen B. dar, der mit einer Schere seinem Kunden das Haar schneidet, Arch. Zeitg. 1874 Taf. 14. Ein für eine B.-Stube gehaltener Raum in Pompeii ist wahrscheinlicher ein kleines Heiligtum, Overbeck Pompeii⁴ 243. 383. [4] Selbstrasieren kam vor (Plut. Anton. 1), war aber nach Artemid. I 22 ein Zeichen von Trauer. Auch hielten die Barbiere Gehülfen, welche zu den Kunden ins Haus gingen und sie dort bedienten, circitores (Lex Met. Vipasc. II 40). Zu einer grösseren Sclavenfamilie gehörte mindestens ein B., der den Herrn und die Mitsclaven rasierte und ihnen die Haare schnitt, Lex Met. Vipasc. II 89f. CIL VI 6366ff. 9937ff. Mart. VI 52; tonstrix CIL VI 6368. 9941. Im allgemeinen aber ging man zum B. und hielt sich dort auch wohl länger auf; daher werden die B.-Stuben häufig als Zusammenkunftsorte und Mittelpunkte des Geschwätzes bezeichnet. Theophrast bei Plut. qu. conv. VII 10, 2 nennt sie ἄοινα συμπόσια; vgl Aristoph. Plut. 338. Lysias XXIII 3. XXIV 30. Plut. de garrul. 7. Hor. sat. I 7, 3. Die Barbiere selbst waren als geschwätzig bekannt, Plut. de garrul. 13. Alkiphr. III 66, 1. Grabschriften von B. CIL VI 9940. 9942. Reich gewordene Barbiere Iuven. 1, 24. 10, 225. Im Metallum Vipascense (II 37) hatte ein conductor das ausschliessliche Recht, für Geld zu rasieren, und war ihm dafür der Preis vorgeschrieben; doch ist dieser nicht erhalten. Das Edict Diocletians bestimmt das Rasiergeld auf zwei Denare, d. i. reichlich 3½ Pfennig. Boettiger Sabina II 57. Marquardt Privatl. d. R.² 145, 3. 604. Becker-Göll Charikles III 292; Gallus III 241. Blümner Maximaltarif 111. |