Seegespenst
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[334] X.
Seegespenst.
Ich aber lag am Rande des Schiffes, 5
Bis tief, im Meeresgrunde,Anfangs wie dämmernde Nebel, 10
Alterthümlich niederländisch,Und menschenbelebt. 15
Schreiten über den wimmelnden Marktplatz[335] Nach dem treppenhohen Rathhaus’, 20
Mit spiegelblanken Fenstern,Stehn pyramidisch beschnittene Linden, 25
Von schwarzen, sammtnen Mützchen,Woraus die Lockenfülle hervordringt. 30
In braunen, verschollnen Gewändern,Gesangbuch und Rosenkranz in der Hand, 35
Und rauschendem Orgelton.
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Mein kaum geheiltes Herz;[336] Mir ist als würden seine Wunden 45
Die lang und langsam niederfall’nAuf ein altes Haus dort unten 50
Nur daß am untern FensterEin Mädchen sitzt, 55
So tief, so tief alsoVerstecktest du dich vor mir, 60
Fünfhundert Jahre lang,Derweilen ich, die Seele voll Gram, 65
Du Längstverlorene,[337] Du Endlichgefundene, – 70
Das liebe Lächeln –Und nimmer will ich dich wieder verlassen, 75
Aber zur rechten Zeit nochErgriff mich beim Fuß der Capitän, |
