Seite:AbrahamElektromagnetismus1914.djvu/368

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Wechseln zu: Navigation, Suche
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

Beobachter wahrgenommenen relativen Strahles durch den Vektor bestimmt ist (Gl. 209):

\mathfrak{c'=c-w},

d. h. durch den Vektor der Relativgeschwindigkeit von Licht und Beobachter. Unter \mathfrak{w} war dabei die Geschwindigkeit der Erde zu verstehen. Berücksichtigt man nur die Umlaufsbewegung um die Sonne, indem man eine gemeinsame Bewegung des gesamten Sonnensystemes zunächst außer Acht läßt, so ist |\mathfrak{w}| nahezu konstant; es ist

\beta=\frac{|\mathfrak{w}|}{c}=10^{-4}.

Welchen Einfluß hat nun die Erdbewegung auf dasjenige Licht, welches von irdischen Lichtquellen entsandt wird? Läßt sich nicht durch Beobachtung dieses Lichtes, also durch optische Versuche im Laboratorium, die Bewegung der Erde feststellen? Diese Frage führt uns dazu, die Lichtfortpflanzung in einem gleichförmig bewegten Systeme zu behandeln.

Abb. 11

Wir denken uns zur Zeit t = 0 vom Punkte O aus (Abb. 11) ein Lichtsignal entsandt. Zur Zeit t mag es im Aufpunkte P eintreffen. Die absolute Strahlrichtung wird durch den von O nach P gezogenen Fahrstrahl r angezeigt. In dem Zeitintervalle t hat die Lichtquelle sich, mit der Geschwindigkeit \mathfrak{w}, von O nach O' bewegt. Der von O' nach P gezogene Fahrstrahl

(241) \mathfrak{R=r-w}t

hat die Komponenten

(241a) X=x-\beta l,\quad Y=y,\quad Z=z,

wenn unter x,\ y,\ z die Komponenten von \mathfrak{r}, unter

(241b) l=|\mathfrak{r}|=c\,t

der im absoluten Strahlengang zurückgelegte Lichtweg verstanden wird. Da

\mathfrak{r=c}\frac{l}{c},