Seite:Astronomische Beobachtungen an der k. k. Sternwarte zu Prag 4.djvu/9

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VORWORT.

Im vorliegenden vierten Bande der von mir seit 1884 herausgegebenen astronomischen Beobachtungen an der Prager Sternwarte wurde abermals eine Reihe von Jahren zusammengefasst, da die jährlich zur Verfügung stehende Publications-Dotation wegen ihrer relativ geringen Höhe eine Cumulierung der Beträge nothwendig macht, um die beabsichtigte Veröffentlichung nicht zu dürftig zu gestalten. Wesentlich aus diesem Grunde, zugleich aber auch, um einzelne Arbeiten in abgeschlossener Form der astronomischen Welt vorlegen zu können, wurde die Publication dieses 4. Bandes bis zur Gegenwart verschoben.

Unter den bekannten ungünstigen baulichen und instrumentellen Sternwarten-Verhältnissen in Prag wurde das Hauptaugenmerk auf fortlaufende Polhöhen-Messungen nach der Horrebow-Talcott’schen Methode und auf die Beobachtung von Culminationen des Mondes, sowie des Kraters Mösting A gerichtet. Mit ersteren wurde hauptsächlich der Adjunct der Sternwarte, mit letzteren Einer der beiden Assistenten betraut. Ueberdies wurde den gelegentlichen Erscheinungen der Sonnen- und Mondfinsternisse, der Jupiterstrabanten-Verfinsterungen, der Sternbedeckungen und Sternschnuppen volle Aufmerksamkeit zugewendet.

Die Continuität und der Umfang einzelner Beobachtungsreihen hatte besonders unter dem häufigen Wechsel des Sternwarten-Personales zu leiden. Derselbe erklärt sich aus dem Umstande, dass die Prager Assistentenstellen keinen stabilen Charakter besitzen und insoferne meistens als Durchgangsstationen für das aussichtsreichere Lehramt an Mittelschulen betrachtet werden. Auch wird die Position der Prager Assistenten dadurch erschwert, dass für dieselben bislang keine Naturalwohnungen im Institutsgebäude selbst erlangt werden konnten. Dass andererseits die Sternwarte auch umfangreiche Aufgaben auf meteorologischem und erdmagnetischem Gebiete zu erledigen hat, ist gleichfalls für die astronomische Thätigkeit derselben von beklagenswertem Nachtheil. – Im Zeitraume 1892–1899 wirkten als Assistenten an der Prager Sternwarte die Herren: Robert Lieblein vom 1. November 1890 bis 1. October 1893 und vom 1. October 1894 bis 1. September 1896, Carl Pin vom 1. October 1891 bis 19. Februar 1894, Otto Schally vom 1. October 1893 bis 1. November 1896, Anton Grünwald vom 1. März 1894 bis 1. October 1894, Carl Köppner vom 1. October 1896 bis 1. October 1897, Rudolf Benesch vom 1. November 1896 bis 16. September 1897, Josef Grünwald vom 1. October 1897 bis 1. December 1897, Arthur Scheller vom 1. October 1897 bis 1. September 1898 und Victor Hevler vom 1. September 1898 bis 1. April 1899. – Zur Zeit besteht das wissenschaftliche Personal der Sternwarte aus dem Adjuncten, Herrn Dr. Rudolf Spitaler (seit 1. October 1892), nachdem der frühere Adjunct, Herr Dr. Gustav Gruss, zufolge seiner Ernennung zum Professor der Astronomie an der Prager čechischen Universität mit 1. Mai 1892 die Sternwarte verlassen hatte (derselbe war Adjunct seit dem 1. December 1881), aus dem ersten Assistenten, Herrn Dr. Egon Ritter von Oppolzer (seit 1. December 1897) und dem zweiten Assistenten, Herrn Josef Dörr (seit 1. April 1899).

Hinsichtlich der Prager Polhöhen-Messungen ist in dieser Publication nur die Uebersicht derselben von 1895 bis 1899 gegeben. Die ausführlichen Beobachtungen dieses Zeitraumes, sowie des vorangegangenen von 1889 bis 1892 finden sich in der speciellen, gegenwärtig im Drucke