Seite:Bonn Der verzauberte Frosch.djvu/12

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Hocuspocus.

Du hast auch allen Grund zu zittern, Menschenkind!
Denn wisse, wer in meinen Bann gerathen,
Dem geb’ ich eine Probe zu bestehen.
Besteht er drin, so kann er weiterzieh’n;
Besteht er nicht, so ist mir Kraft gegeben
Ihn zu verwandeln mit dem Zauberstab
In einen Frosch, in eine gift’ge Kröte,
Blindschleiche, Eidechs, Unke, Salamander –
Je nach Belieben, wie mir’s just gefällt.

Knöpfle.

O du lieb’s Herrgöttle von Biberach! da han i mi in a schön’s Revierle verirrt! Wie isch mer denn? I und a Salamander?

Hocuspocus.

So mache Dich zu Probe gleich bereit,
Doch erst noch nenne Deinen Namen mir.

Knöpfle.

I hoiß Bartholomäus Knöpfle! Wisset Se, eigentli hoiß i Joseph, aber mei Väterle hat die lange Name nit leide könne und hat mi drum immer Bartholomäus g’hoiße.

Hocuspocus.

Notirt den Namen in mein Fremdenbuch
Und schreibt dazu, daß er ein Schneider ist.

(Einer der Gnomen notirt etwas in ein Buch, das er bei sich führt.)
Und nun zur Probe. (Für sich.) Die Enthaltsamkeit

Scheint seine schwächste Tugend mir zu sein;
So wähl’ ich die. (Laut.) Nun halte Dich bereit.
Bestehst Du sie, die Probe, die ich wähle,
So kannst Du fort, wohin es Dir beliebt;
Bestehst Du nicht, so wandl’ ich Dich zur Kröte.
Kommt, Ihr Begleiter, zieh’n wir uns zurück.

(Geht mit den Gnomen ab.)
Es wird Nacht.


Empfohlene Zitierweise:

Franz Bonn: Der verzauberte Frosch. Breitkopf und Härtel, Leipzig [ca. 1875], Seite 8. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Bonn_Der_verzauberte_Frosch.djvu/12&oldid=1872896 (Version vom 7.09.2012)