Seite:Bonn Der verzauberte Frosch.djvu/15

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Hans
(leise).

Schneiderlein, ich bitt’ Dich, rühr’ die Speisen nicht an!

Knöpfle.

Und Deutsch kann’s au des Fröschle! Des muß i sage, des is g’späßig.

Hans
(sieht sich ängstlich um).
Knöpfle.

Was hascht denn, Fröschle? Warum soll i denn die Speise nit anrühre?

Hans
(ängstlich, leise).

Weil Dir’s sonst geht, wie mir’s gegangen ist.

Knöpfle.

Und wie isch Dir gange, wenn ma frage därf?

Hans.
(immer leise und von Zeit zu Zeit sich umsehend).
Lied Nr. 3.

Ich war wie Du ein Menschenkind
Und kam in dies Revier,
Die Eitelkeit, die macht’ mich blind,
Und ach, ich folgte ihr.
Der Mann, der Dir die Speisen schickt,
Zeigt’ einen Spiegel mir,
Ich hatte kaum hineingeblickt,
Ward ich ein häßlich Thier.
Ein Frosch, wie Du mich springen siehst,
Ein Frosch, o bitt’re Noth!
D’rum rath’ ich, Schneiderlein, Du fliehst
Die Speisen wie den Tod.
Ein Schluck von diesem Zauberwein,
Von dieser Speis’ ein Biß,
So wirst Du eine Kröte sein –
Glaub’ mir, es ist gewiß.

Empfohlene Zitierweise:

Franz Bonn: Der verzauberte Frosch. Breitkopf und Härtel, Leipzig [ca. 1875], Seite 11. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Bonn_Der_verzauberte_Frosch.djvu/15&oldid=1872899 (Version vom 7.09.2012)