Seite:De Barrikaden Lieder (Gottschall).djvu/42

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     Scheuchen das Gespenst der Nacht!
     Doch Erlösung bringt dem Knechte
     Nur der Rachegeist der Nächte,
     Nur des Dämons finstre Macht!

15
Das Licht allein kann nicht die Welt erretten;

Das Feuer nur zerschmelzt die Sclavenketten!
Das Licht läßt sich versperren und verhängen;
Das Feuer lodert durch den Schooß der Nacht,
Im Freiheitjauchzen, in des Sturms Gesängen,

20
Ein läuternd Element, in heil’ger Macht!

Tyrannenburgen trifft der Wetterstrahl;
Zum Aschenkruge wird der Goldpokal!
     Auf dem Schutte, auf den Trümmern,
     Wird in gold’nen Lettern schimmern

25
     Deine Losung, Menschenrecht!

     Festlich jauchzt zu deinen Ehren
     Auf zertrümmerten Altären
     Ein errettetes Geschlecht!

Zahm, wie das Licht, sind eure Proteste;

30
Wie Feuer wild der Freiheit Manifeste.

Bezeugt’s, ihr blut’gen Stürmer der Bastille,
Die ihr zerstört der Knechtschaft morsches Joch!

Empfohlene Zitierweise:

Rudolf Gottschall: Barrikaden-Lieder. Adolph Samter, Königsberg 1848, Seite 40. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Barrikaden_Lieder_(Gottschall).djvu/42&oldid=1731295 (Version vom 4.12.2011)