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2 Unter alle Heiden ward Israel zerstreut nach des Herrn Wort,
damit du, o Gott, dich gerecht erzeigest bei unseren Sünden nach deiner Gerechtigkeit;
denn du bist ein gerechter Richter über alle Völker der Erde.
3 Denn vor deinem Wissen bleibt niemand verborgen, der Unrecht thut;
auch die Gutthaten deiner Frommen sind dir bekannt, o Herr:
wohin also sollte sich ein Mensch vor deinem Wissen, o Gott, verbergen?
––––
4 Unser Thun [geschieht] nach unseres Herzens Wahl und Willen,
daß wir Recht und Unrecht thun in unserer Hände Werk,
und in deiner Gerechtigkeit suchst du die Menschenkinder heim.
5 Wer rechtschaffen handelt, erwirbt sich Leben beim Herrn,
und wer Unrecht thut, verwirkt selbst sein Leben in Verderben
denn des Herrn Gerichte sind gerecht gegen Person und Haus.
––––
6 Wem wolltest du gnädig sein, o Gott, wenn nicht denen, die den Herrn anrufen?
Bei Sünden sprichst du den Menschen frei, wenn er bekennt und beichtet;
denn Scham [liegt auf] uns und unseren Gesichtern ob alledem[1].
7 Und wem wolltest du Sünden vergeben, wenn nicht den Sündern?[2]
Gerechte segnest du und rügst[3] nicht ihre Sünden,
und deine Güte [waltet] über reuigen Sündern.
8 Und nun, du bist Gott und wir das Volk, das du lieb hast;
sieh her und habe Erbarmen, Gott Israels, denn dein sind wir,
und wende dein Mitleid nicht von uns ab, damit sie nicht auf uns eindringen!
9 Denn du hast den Samen Abrahams vor allen Völkern erwählt
und deinen Namen aus uns gelegt, o Herr,
und wirst nicht ewig verstoßen.
10 In einem Bunde hast du unseren Vätern unserthalben verfügt,
und wir hoffen auf dich, daß du unserem Herzen Erleichterung schaffst.
11 Des Herrn ist das Erbarmen über das Haus Israel immer und ewig.


Der Frommen Preis.
Ein Loblied; von Salomo.

10

1 Selig der Mann, dessen der Herr mit Zurechtweisung gedenkt
und [den] er mit der Rute vom bösen Weg abwendet,
damit er rein werde von Sünde, sie nicht vollende.
2 Wer der Rute den Rücken darbietet, wird rein werden;
denn der Herr ist denen gütig, die die Züchtigung auf sich nehmen.
3 Denn er ebnet der Gerechten Wege und verschlingt sie nicht durch Züchtigung,
und des Herrn Gnade [waltet] über denen, die ihn aufrichtig lieben.
4 Und der Herr gedenkt seiner Knechte in Gnaden.
Denn er bezeugt sich im Gesetze des ewigen Bunds;
der Herr bezeugt sich an den Wegen der Menschen in Heimsuchung.
5 Gerecht und fromm ist unser Herr in seinen Gerichten ewiglich,
und Israel lobe den Namen des Herrn mit Freuden!
6 Und die Frommen mögen [ihn] preisen in der Volksgemeinde,
weil Gott sich der Armen erbarmt zur Freude Israels.
7 Denn gütig und barmherzig ist Gott in Ewigkeit,
und die Versammlungen Israels preisen des Herrn Namen!
8 Des Herrn [Werk] ist die Erlösung über das Haus Israel, zur ewigen Freude.
    • Scham ist ein thatsächliches Sündenbekenntnis; also haben auch wir ein Anrecht auf Vergebung. Vgl. Psalm 32,3.
    • Nämlich den reuigen Sündern (V. 6), die damit zu den Gerechten gehören; den anderen ist in 5b ihr Urteil gesprochen. Zum Gedanken s. o.
    • εὐθύνω heißt auch „strafen“; man braucht also schwerlich (Frankenberg) an יסּר für ישר zu denken.
    Empfohlene Zitierweise:

    Rudolf Kittel (Übersetzer): Die Psalmen Salomos. Tübingen: J.B.C. Mohr (Paul Siebeck), 1900, Seite 140. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:DiePsalmenSalomosGermanKittelKautzsch2.djvu/014&oldid=1331936 (Version vom 4.11.2010)