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Gib nur, o Gott, daß ich nie ermüde und ermatte in meinem Vorsatze, daß ich nie meinem Schmerze mich hingebend die Hände sinken lasse und meine Pflichten verabsäume; daß ich nie in Gereiztheit und Ungeduld lieblos und unnachsichtig gegen meine Umgebung sei, und nie unempfindlich und undankbar werde auch gegen die geringste der Wohlthaten, die deine Gnade mir gewährt. Mögest du, mein Gott, mich bald würdig finden, mir die Pforten der Freude und des Glückes zu öffnen, mir ausgehen zu lassen die Stunde der Rettung, die Stunde des Heils, wo mein Auge weint – anstatt Thränen des Kummers, Thränen der Freude und des Dankes. Amen. Gebet in schwerer Krankheit.
„Du führest den Menschen bis zur Vernichtung, Von meiner schmerzvollen Lagerstätte erhebt sich mein Auge zu dir, Gott, mein Gott, der du schlägst und verbindest, verwundest und wieder heilst! Du hast mich mit schwerer Krankheit heimgesucht, meine Glieder sind ermattet und des Fiebers Glut durchschleicht mein Gebein; doch inmitten meiner Leiden und Schmerzen bist du, o Gott, meine Hoffnung und meine Zuversicht, mein Stab und meine Stütze. „Denn verschmachtet auch Leib und Seele mir, so bist du doch stets meines Herzens Trost, mein Theil. Die sind verloren, die von dir sich entfernen, verloren, die um Anderer Gunst sich bemühen.” Nicht auf Menschenhilfe setze ich mein Vertrauen, des Menschen Wissenschaft und Weisheit ist nur ein Irrlicht, das |
Fanny Neuda: Stunden der Andacht. Wolf Pascheles, Prag 1858, Seite 112. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Neuda-Stunden_der_Andacht-1858.pdf/124&oldid=1972601 (Version vom 16.03.2013)