Spatz und Spätzin
aus Wikisource, der freien Quellensammlung
| Textdaten |
| <<< |
>>> |
| Autor: |
Karl August Mayer |
| Titel: |
Spatz und Spätzin |
| Untertitel: |
|
| aus: |
Die zehnte Muse. Dichtungen vom Brettl und fürs Brettl. S. 244 |
| Herausgeber: |
Maximilian Bern |
| Auflage: |
|
| Entstehungsdatum: |
|
| Erscheinungsdatum: |
1904 |
| Verlag: |
Otto Eisner |
| Drucker: |
{{{DRUCKER}}} |
| Erscheinungsort: |
Berlin |
| Übersetzer: |
|
| Originaltitel: |
|
| Originalsubtitel: |
|
| Originalherkunft: |
|
| Quelle: |
Commons = Google-USA* |
| Kurzbeschreibung: |
|
|
Artikel in der Wikipedia
|
| Eintrag in der GND: {{{GND}}} |
| Bild |
Die zehnte Muse (Maximilian Bern).djvu|page=250 |
| Bild |
|
| Bearbeitungsstand |
| fertig |
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
|
| Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe |
| Link zur Indexseite |
|
Spatz und Spätzin.
Auf dem Dache sitzt der Spatz,
Und die Spätzin sitzt daneben,
Und er spricht zu seinem Schatz:
»Küsse mich, mein holdes Leben!
5
Bald nun wird der Kirschbaum blühn,
Frühlingszeit ist so vergnüglich;
Ach, wie lieb’ ich junges Grün
Und die Erbsen ganz vorzüglich!«
Spricht die Spätzin: »Teurer Mann,
10
Denken wir der neuen Pflichten,
Fangen wir noch heute an,
Uns ein Nestchen einzurichten!«
Spricht der Spatz: »Das Nesterbau’n,
Eierbrüten, Junge füttern
15
Und dem Mann den Kopf zu krau’n –
Liegt den Weibern ob und Müttern.«
Spricht die Spätzin: »Du Barbar!
Soll ich bei der Arbeit schwitzen,
Und du willst nur immerdar
20
Zwitschern und herumstibitzen?«
Spricht der Spatz: »Ich will dich hier
Mit zwei Worten kurz berichten:
Für den Spatz ist das Pläsir,
Für die Spätzin sind die Pflichten!
Karl Mayer
|