Under der linden (Simrock)

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Textdaten
Autor: Karl Joseph Simrock als Übersetzer von Walther von der Vogelweide
Titel: Unter der Linden (bzw.: Die verschwiegene Nachtigall)
Untertitel:
aus: Die zehnte Muse, hrsg. von Maximilian Bern, Berlin 1904, S. 49-50
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1904
Verlag: Verlag von Otto Eisner
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Erscheinungsort: Berlin
Übersetzer: Karl Simrock
Originaltitel: Under der linden
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
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[49] Unter der Linden.
     (Uebersetzt von Karl Simrock.)

Unter der Linden,
An der Heide,
Wo ich mit meinem Trauten sass,
Da mögt ihr finden,

5
Wie wir beide

Die Blumen brachen und das Gras.
Vor dem Wald mit süssem Schall,
Tandaradei!
Sang im Thal die Nachtigall.

10
Ich kam gegangen

Zu der Stelle;
Mein Liebster war schon vor mir dort.
Mich hat empfangen
Mein Geselle,

15
Dass ich bin selig immerfort.

Ob er mir auch Küsse bot?
Tandaradei!
Seht, wie ist mein Mund so rot!

Da ging er machen

20
Uns ein Bette

Aus süssen Blümlein mancherlei;
Des wird man lachen
Noch, ich wette,
So jemand wandelt dort vorbei;

25
Bei den Rosen er wohl mag,

Tandaradei!
Merken, wo das Haupt mir lag.

[50] Wie ich da ruhte,
Wüsst es Einer,

30
Behüte Gott, ich schämte mich.

Wie mich der Gute
Herzte, keiner
Erfahre das als er und ich,
Und ein kleines Vögelein,

35
Tandaradei!

Das wird wohl verschwiegen sein!

Anmerkungen (Wikisource)

Ein weiterer Abdruck aus zweiter Hand in einem Vortrag von Carl Meyer 1876. Simrock gab dem Gedicht den Titel Die verschwiegene Nachtigall.

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