Unter der Rose. Ein Symposion
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Unter der Rose.
Ein Symposion.
(Der König des Festes.)
1.
Ist sie die Blume nicht der tausendblättrigen Eintracht? 5
Gold in ihrer Mitte. Sie kränzt die Tafel der Freundschaft, Ihren geselligen Scherz, ihren belehrenden Rath. [238]
2.
Ist sie die Blume nicht der frühaufwachenden Anmuth? 10
Perlen zu ihrem Schmuck, hellen ambrosischen Thau.3.
Ist sie die Blume nicht der holderröthenden Unschuld? 4.
15
Ist sie die Blume nicht – Verbirg dich, stilles Geheimniß! –Paphia gab sie dem Sohn; dieser dem schweigenden Gott; [239]
Und Harpokrates drückt’ an die rosige Lippe der Jungfrau 5.
Dornen umwachen sie; wo blüht die schüchterne Liebe 20
Ohne Dornen? und bald welket die zarte dahin.Doch sie begleitet uns auch gen Elysium. Hanget nickt dort auch 6.
Und sie bleibet nach uns. Im Gemüth der freundlichen Nachwelt 25
Gutthat bleibet. Wohlan! es umkränze den Becher des Lebens Milde Gefälligkeit. Grazie weihe den Kranz! [240]
Der König des Festes.
Stimmet den Hymnus an. Seht! es beweget der Kranz sich. 5
Liebling, Kunstbild alles Schönen,Und der Weisheit und der Anmuth, 10
Seyd ihr alle, die sie liebten,Paphia, du Vielbenamte, 15
Zephyretten und ihr Nymphen,Die der Blätter Teppich weben, [241]
Und der Rose Gott, die Biene, 20
Bacchus auch und alle Götter,Die Symposien und Tänze, 25
Und wenn hie und da der Unmuth,Wenn die fehlgeschlagne Hoffnung 30
Oder will die wilde Zwietracht,Groll und Neid und alte Feindschaft, 35
Mit der Rose Duft hinweg.E.
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