Venezianische Epigramme
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Epigramme.
Venedig 1790.
Hominem pagina nostra sapit.
[206] Haec ego mecum [207] 1.
Sarkophagen und Urnen verzierte der Heide mit Leben, 5
Und so ziere denn auch den Sarkophagen des Dichters Diese Rolle, die er reichlich mit Leben geschmückt. 2.
Kaum erblickt’ ich den blaueren Himmel, die glänzende Sonne, [208]
Sah den emsigen Winzer die Rebe der Pappel verbinden, 10
Ueber die Wiege Virgils kam mir ein laulichter Wind;Da gesellten sich wieder die Musen zum Freunde, wir pflogen 3.
Immer halt ich die Liebste begierig im Arme geschlossen, 15
Immer lehnet mein Haupt an ihren Knieen; ich blickeNach dem lieblichen Mund, ihr nach den Augen hinauf. [209]
Weichling! schölte mich einer, und so verbringst du die Tage? 20
Schon den zwanzigsten Tag schleppt mich der Wagen umher,Vetturine trotzen mir nun, es schmeichelt der Kämmrer 25
»Ich verstehe dich nicht! Du widersprichst dir! Du schienestParadiesisch zu ruhn, ganz wie Rinaldo beglückt?« [210]
Ach! ich verstehe mich wohl: es ist mein Körper auf Reisen, 4.
Noch ist Italien, wie ichs verließ, noch stäuben die Wege, 30
Noch ist der Fremde geprellt, stell er sich wie er auch will;Deutsche Rechtlichkeit suchst du in allen Winkeln vergebens, [211]
35
Schön ist das Land, doch ach! Faustinen find ich nicht wieder, Das ist Italien nicht mehr, das ich mit Schmerzen verließ. 5.
Ruhig saß ich in meiner Gondel, und fuhr durch die Schiffe, 40
Waizen, Wein und Gemüs, Scheitholz und leichtes Gesträuch;Schnell drang die Gondel vorbei, mich schlug ein verlorener Lorbeer [212]
Lohn erwartet ich eher! die Nymphe lispelte lächelnd: 6.
45
Seh ich den Pilgrim, ich kann mich der Thränen niemals enthalten; O! wie beseliget uns Menschen ein falscher Begriff! 7.
Eine Liebe hatt’ ich, sie war mir lieber als alles, 8.
Diese Gondel vergleich’ ich der Wiege, sie schaukelt gefällig, 50
Und das Kästchen darauf scheint ein geräumiger Sarg.[213]
Recht so! Zwischen Sarg und Wiege wir schwanken und schweben, 9.
Feierlich sehn wir neben dem Doge den Nuncius gehen, 55
Was der Doge sich denkt, ich weiß es nicht; aber der andre Lächelt über den Ernst dieses Gepränges gewiß. 10.
Warum treibt sich das Volk und schreit so? Es will sich ernähren, [214]
Merke dir, Reisender, das, und thue zu Hause desgleichen. 60
Weiter bringt es kein Mensch, stell er sich, wie er auch will.11.
Wie sie klingeln, die Pfaffen! Wie angelegen sie’s machen, 12.
65
Mache der Schwärmer sich Schüler, wie Sand am Meere, der Sand istSand, die Perle sei mein, du, o vernünftiger Freund. 13.
Süß den sprossenden Klee im Frühling mit weichlichen Füßen, 70
Dann das grünende Laub locken mit Sehnsucht im Blick;Aber süßer, mit Blumen dem Busen der Schäferin schmeicheln, 14.
Diesen Ambos vergleich ich dem Lande, den Hammer dem Fürsten, [215]
75
Weh dem armen Bleche! wenn nur willkührliche Schläge Ungewiß treffen, und nie fertig der Kessel erscheint. 15.
Warum macht der Schwärmer sich Schüler und rühret die Menge, 80
Werke des Geists und der Kunst sind für den Pöbel nicht da.16.
Herrscher möge der seyn, der seinen Vortheil verstehet; 17.
Noth lernt beten, sagt man; wer beten will lernen, der gehe 18.
85
Welch ein heftig Gedränge nach diesem Laden, wie emsig Wägt man, empfängt das Geld, reicht man die Waare dahin. 19.
Jeder Edle Venedigs kann Doge werden, das macht ihn 90
Gleich als Knabe so fein, eigen, bedächtig und stolz.[218]
Darum sind Oblaten so zart im katholischen Welschland, 20.
Vor dem Arsenal stehn zwei altgriechische Löwen, 95
Käme die Mutter der Götter herab, es schmiegten sich beide Vor den Wagen, und sie freute sich ihres Gespanns. 21.
Emsig wallet der Pilger, wird er den Heiligen finden? 100
Hören und sehen den Mann, welcher die Wunder gethan?Nein, es führte die Zeit ihn hinweg, du findest nur Reste, 22.
105
Jupiter Pluvius, heute bist du ein freundlicher Dämon,Denn ein vielfach Geschenk giebst du in Einem Moment, [220]
Giebst Venedig zu trinken, und grünes Wachsthum dem Lande, 23.
Gieße nur, tränke nur fort die roth bemäntelten Frösche, 110
Wäßre das durstende Land, daß es uns Brocoli schickt;Nur durchwäßre mir nicht dieß Büchlein, es sei mir ein Fläschchen 24.
Sankt Johannes im Koth heißt eine Kirche; Venedig 25.
115
Hast du Bajä gesehn, so kennst du das Meer und die Fische, Hier ist Venedig, du kennst nun auch den Pfuhl und den Frosch. 26.
Schläfst du noch immer? Nur still und laß mich ruhen; erwach ich, 120
Ueberall ist es, Freund, wo dich die Liebliche weckt.27.
Oft sind alle neune gekommen, ich meyne die Musen; [222]
Nun verließ ich mein Liebchen, mich haben die Musen verlassen, 125
Aber der Himmel ist voll von Göttern, du kamst mir zu Hülfe Langeweile! du bist Mutter der Musen gegrüßt. 28.
Welch ein Mädchen ich wünsche zu haben? ihr fragt mich? ich hab sie, 130
Fand ich ein Perlchen, es bleibt nun mir am Herzen verwahrt.29.
Vieles hab ich versucht, gezeichnet, in Kupfer gestochen, 135
Deutsch zu schreiben, und so verderb ich unglücklicher Dichter, In dem schlechtesten Stoff, leider nun Leben und Kunst. 30.
Schöne Kinder tragt ihr, und steht mit verdeckten Gesichtern, [224]
Jeder wünscht sich ein Knäbchen, wie ihr das Dürftige zeiget, 140
Und ein Liebchen, wie man’s unter dem Schleier sich denkt.31.
Das ist dein eigenes Kind nicht, worauf du bettelst, und rührst mich; 32.
Warum leckst du dein Mäulchen, indem du mir eilig begegnest? 33.
145
Alle Künste lernt und treibt der Deutsche; zu jederZeigt er ein schönes Talent, wenn er sie ernstlich ergreift. [225]
Eine Kunst nur treibt er, und will sie nicht lernen, die Dichtkunst, 34.
Oft erklärtet ihr euch als Freunde des Dichters, ihr Götter, 150
Gebt ihm auch, was er bedarf, mäßig ist es, doch viel,Erstlich freundliche Wohnung, dann leidlich zu essen, zu trinken, [226]
155
Diese fünf natürlichen Dinge verlang ich vor allem. Gebet mir ferner dazu Sprachen, die alten und neu’n, 160
Oder was sonst noch bequem unter den Menschen erscheint;Gut – schon dank ich euch, Götter, ihr habt den glücklichsten Menschen[1] 35.
Eines Menschen Leben ist wenig, doch tausende können [227]
165
Weniger ist ein Gedicht, doch können es tausend genießen, Tausende tadeln, mein Freund, lebe nur, dichte nur fort. 36.
Müde war ich geworden, nur immer Gemählde zu sehen, 170
Nach lebendigem Reiz suchte mein schmachtender Blick.Gaucklerin! da ersah ich in dir das Urbild der Bübchen, [228]
Wie sie Paul Veronese mit Bechern dem Bräutigam sendet, 37.
175
Wie von der künstlichsten Hand geschnitzt, das liebe Figürchen, Weich und ohne Gebein, wie die Molluska nur schwimmt; 180
Kannte manches Gewürm, Wunder der großen Natur;[229]
Und doch staun ich dich an, Bettine, liebliches Wunder, 38.
Kehre nicht, o Kind, die Beinchen hinauf zu dem Himmel, 39.
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Wende die Füßchen zum Himmel nur ohne Sorge, wir strecken Arme betend empor; aber nicht schuldlos, wie du. 40.
Seitwärts neigt sich dein Hälschen, ist das ein Wunder? es träget [230]
Mir ist sie gar nicht zuwider die schiefe Stellung des Köpfchens, 190
Unter schönerer Last beugte kein Nacken sich je.41.
So verwirret mit seltnen willkührlich verwebten Gestalten, 195
So erreget ein Dichter von Sphinxen, Sirenen, CentaurenTönend die Neugier mit Macht in dem verwunderten Ohr; [231]
So beweget ein Traum den sorglichen, wenn er zu greifen 200
Doch erfreut sie uns gleich, wenn sie die Solen betritt.42.
Gern überschreit’ ich die Gränze, mit breiter Kreide gezogen, 43.
»Ach! mit diesen Seelen was macht er! Jesus Maria! [232]
205
»Wahrlich, sie fällt! Ich halt es nicht aus! Komm, gehn wir! wie zierlich! »Sieh nur wie steht sie! wie leicht! Alles mit Lächeln und Lust!« 44.
Alles seh ich gerne von dir, doch seh ich am liebsten, 210
Wenn der Vater behend über dich selber dich wirft,Du dich im Schwung überschlägst und, nach dem tödtlichen Sprunge, 45.
Schon entrunzeln sich alle Gesichter, die Furchen der Mühe, 215
Dir erweicht sich der Schiffer, und klopft dir die Wangen, die Seckel, Thun sich kärglich dir zwar, aber sie thun sich doch auf; 220
Bei der feurigen Quaal, welche die Seelen durchfegt.Jeder kleine Knabe, der Schiffer, der Höker, der Bettler 46.
Dichten ist ein lustiges Handwerk, nur find ich es theuer; 47.
225
»Welch ein Wahnsinn ergriff dich im Müßiggang? hältst du nicht inne? Wird dieß Mädchen ein Buch? Stimme was klügeres an.« 230
Sind gar nahe verwandt, ziehen sich überall an.48.
Geht zu meiner Linken, ihr Böcke! wird künftig der Richter 49.
235
Wißt ihr, wie ich gewiß euch Epigramme zu Schaaren Fertige, führet mich nur weit von der Liebsten hinweg. 50.
Alle Freiheits–Apostel sie waren mir immer zuwider, [236]
Willst du viele befrein, so wag es vielen zu dienen! 240
Wie gefährlich das sei, willst du es wissen? versuchs.51.
Könige wollen das Gute, die Demagogen desgleichen, 52.
245
Kreuzigen sollte man jeglichen Schwärmer im dreißigsten Jahre,Kennt er nur einmal die Welt; wird der Betrogne der Schelm. 53.
Frankreich hat uns ein Beispiel gegeben, nicht daß wir es wünschten 54.
Tolle Zeiten hab ich erlebt, und hab nicht ermangelt 250
Selbst auch thörigt zu seyn, wie es die Zeit mir gebot.55.
»Sage, thun wir nicht recht? Wir müssen den Pöbel betrügen, 56.
255
Fürsten prägen so oft, auf kaum versilbertes Kupfer, Ihr bedeutendes Bild, lange betrügt sich das Volk. 57.
Jene Menschen sind toll, so sagt ihr von heftigen Sprechern, 260
Die wir in Frankreich so laut hören auf Straßen und Markt;Auch mir scheinen sie toll, doch redet ein Toller in Freiheit 58.
Lange haben die Großen der Franzen Sprache gesprochen, 265
Nun lallt alles Volk entzückt die Sprache der Franken, Zürnet Mächtige nicht, was ihr verlangtet, geschieht. 59.
»Epigramme seyd nicht so frech!« Warum nicht? Wir sind nur 60.
Wie dem hohen Apostel ein Tuch voll Thiere gezeigt ward, 270
Rein und unrein, so zeigt, Lieber, das Büchlein sich dir.61.
Ob ein Epigramm wohl gut sei? wer kann es entscheiden? 62.
Je gemeiner es ist, je näher dem Neide, der Mißgunst, 63.
275
Chloe Schwöret, sie liebt mich, ich glaubs nicht. Aber sie liebt dich! Sagt mir ein Kenner. Schon gut, glaubt’ ichs, da wär’ es vorbei. 64.
Niemand liebst du, und mich liebst du so heftig, Philarchos, [241]
Ist’s denn so großes Geheimniß, was Gott und der Mensch und die Welt sei? 280
Nein! Doch niemand mags gern hören, da bleibt es geheim.66.
Vieles kann ich ertragen! die meisten beschwerlichen Dinge 67.
285
Lange hätt’ ich euch gern von jenen Thierchen gesprochen,Die so zierlich und schnell fahren dahin und daher. [242]
Schlängelchen scheinen sie gleich, doch viergefüßet, sie laufen, 290
Welche Ritze, welch Kraut nahm die Entfliehenden auf?Wollt ihr mir’s künftig erlauben; so nenn ich die Thierchen Lacerten, 68.
Wer Lacerten gesehn hat, der kann sich die zierlichen Mädchen [243]
295
Schnell und beweglich sind sie, und gleiten, stehen und schwätzen, Und es rauscht das Gewand hinter der Eilenden drein. 300
Folg’ ihr, wie sie dich lockt, in die Spelunke hinein.69.
Was Spelunke nun sei? verlangt ihr zu wissen, da wird ja [244]
Dunkle Häuser sind es in engen Gäßchen, zum Kaffee 70.
305
Zwei der feinsten Lacerten, sie hielten sich immer zusammen, Eine beinahe zu groß, eine beinahe zu klein. 71.
Weise Leute, sagt man, sie wollten besonders dem Sünder 310
Und der Sünderin wohl, geht mirs doch eben auch so.72.
Wär ich ein häußliches Weib, und hätte, was ich bedürfte, 73.
315
Wundern kann es mich nicht, daß Menschen die Hunde so lieben, Denn ein erbärmlicher Schuft ist, wie der Mensch, so der Hund. 74.
Frech wohl bin ich geworden, es ist kein Wunder. Ihr Götter [246]
Hast du nicht gute Gesellschaft gesehn? es zeigt uns dein Büchlein 320
Fast nur Gaukler und Volk, und was noch niedriger ist.Gute Gesellschaft hab ich gesehn, man nennt sie die gute, 76.
Was mit mir das Schicksal gewollt? es wäre verwegen, 325
Einen Dichter meint es zu bilden; es wär ihm gelungen,Hätte die Sprache sich nicht unüberwindlich gezeigt. [247]
Mit Botanik giebst du dich ab? Mit Optik? Was thust du? 330
Sei es mein einziges Glück dich zu berühren, Natur!78.
Weiß hat Newton gemacht aus allen Farben. Gar manches 79.
»Alles erkläret sich wohl, so sagt mir ein Schüler, aus jenen [248]
335
Habt ihr einmal das Kreuz von Holze tüchtig gezimmert, Paßt ein lebendiger Leib freilich zur Strafe daran. 80.
Wenn auf beschwerlichen Reisen ein Jüngling zur Liebsten sich windet, 340
Dieses Büchlein, und nur, kommt er, so werfe sies weg.81.
Wie die Winke des Mädchens, das keine Zeit hat, und eilig [249]
So vergönnt, ihr Musen, dem Reisenden kleine Gedichte, 82.
345
Wenn in Dunst und Wolken verhüllt, die Sonne nur trübe Stunden sendet; wie still wandeln die Pfade wir fort! 350
Von der Stirne hinweg! gleiche der Mutter Natur.[250]
Willst du die Freuden der Liebe mit reinem Gefühle genießen; 84.
355
Göttlicher Morpheus, umsonst bewegst du die lieblichen Mohne, Dieses Auge bleibt wach, drückt mir es Amor nicht zu. 85.
Liebe flößest du ein und Begier, ich fühl’ es? und brenne, 86.
Ha! ich kenne dich, Amor, so gut als einer! Da bringst du 360
Deine Fackel, und sie leuchtet im Dunkeln uns vor.Aber du führest uns bald verworrene Pfade, wir brauchten 87.
Eine Einzige Nacht an deinem Herzen! – das andre 365
Ja, ich erlebe den Morgen, an dem Aurora die FreundeBusen an Busen belauscht, Phöbus, der frühe, sie weckt. 88.
Ist es Ernst, so zaudre nicht länger, und mache mich glücklich. 89.
Daß ich schweige, verdrießt dich? Was soll ich reden? Du merkest 370
Auf der Seufzer, des Blicks leise Beredsamkeit nicht.Eine Göttin vermag der Lippe Siegel zu lösen, [253]
375
Seht, so schein ich mein Herz bald dieser Schönen, bald jener Zuzuwerfen, doch gleich kehrt es im Fluge zurück. 91.
O! wie achtet’ ich sonst auf alle Zeiten des Jahres! 380
Amors Fittig bedeckt, ewiger Frühling umschwebt.92.
Sage wie lebst du? Ich lebe! und wären hundert und hundert [254]
Götter, wie soll ich euch danken? Ihr habt mir alles gegeben, 94.
385
In der Dämmrung des Morgens den höchsten Gipfel erklimmen, Frühe den Boten des Tags grüßen, dich freundlichen Stern, 390
Meiner Geliebten, und stets kommt mir die Sonne zu früh.95.
Du erstaunest, und zeigst mir das Meer, es scheinet zu brennen, 96.
395
Glänzen sah ich das Meer und blinken die liebliche Welle, Frisch mit günstigem Wind zogen die Segel dahin. [256]
Welche Schätze liegen mir südwärts, doch einer in Norden 400
Zieht, ein großer Magnet, unwiderstehlich zurück.97.
Ach! mein Mädchen verreist! Sie steigt zu Schiffe! – Mein König! 98.
405
Arm und kleiderlos war sie, als ich das Mädchen geworben,Damals gefiel sie mir nakt, wie sie mir jetzt noch gefällt. 99.
Oftmals hab ich geirrt, und habe mich wieder gefunden, 410
Und benehmt mir ihn erst drüben am kalten Gestad.100.
Traurig, Midas, war dein Geschick! in bebenden Händen [258]
415
Gern ertrag’ ich das Schicksal, ihr Musen, nur daß ihr mein Liebchen, Drück’ ich sie fest an die Brust, mir nicht zum Mährchen verkehrt. 101.
Ach! mein Hals ist ein wenig geschwollen! so sagte mein Liebchen 420
Daß sie das Körperchen bald, ach! unaufhaltsam verstellt,Bald verdirbt sie die schlanke Gestalt, die zierlichen Brüstchen, [259]
Sei nur ruhig, es deutet die fallende Blüte dem Gärtner, 102.
425
Wonniglich ist’s, die Geliebte verlangend im Arme zu halten, Wenn ihr klopfendes Herz Liebe zuerst dir gesteht. 430
Ungeduldig schon an, sehnt sich nach himmlischem Licht.[260]
Harre noch wenige Tage! Auf allen Pfaden des Lebens 103.
435
Und so tändelt’ ich mir, von allen Freuden geschieden, In der neptunischen Stadt Tage wie Stunden hinweg. Berlin.
Gedruckt bei Johann Friedrich Unger.
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Anmerkungen (Wikisource)
- ↑ Vorlage: Menscheu
