William Shakspeare's sämmtliche Gedichte/Sonett LXXII

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Autor: William Shakespeare
Titel: Sonett LXXII.
Untertitel:
aus: William Shakspeare's sämmtliche Gedichte. Im Versmaße des Originals übersetzt von Emil Wagner. S. 38
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1840
Verlag: J. H. Bon
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Erscheinungsort: Königsberg
Übersetzer: Emil Wagner, Pseudonym für: Ludwig Reinhold Walesrode
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Damit die Welt dich nicht mit Fragen quäle,
Wie ich’s um dich verdiente, noch im Grab’
Geliebt von dir zu werden, theure Seele! –
Vergiß mich, da Verdienst ich keines hab’!

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Nicht sollst mit frommer Lüge du bethören,

Um mehr für mich zu thun, als mir gebührt,
Nicht dem Verblichnen höhern Ruhm gewähren,
Als karge Wahrheit an ihm aufgespürt.
Um wahre Lieb’ nicht falsch dadurch zu schmäh’n,

10
Daß Werth du mir aus Lieb’ hast angedichtet,

Mag Nam’ und Leib zugleich im Grab’ vergeh’n,
Damit nicht Schmach er lebend auf uns richtet;
    Denn Schmach gewährt mir, was ich hab’ vollführt,
    Dir, daß dein Herz Unwürd’ges hat gerührt.

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