William Shakspeare's sämmtliche Gedichte/Sonett LXXVI

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Autor: William Shakespeare
Titel: Sonett LXXVI.
Untertitel:
aus: William Shakspeare's sämmtliche Gedichte. Im Versmaße des Originals übersetzt von Emil Wagner. S. 40
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1840
Verlag: J. H. Bon
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Erscheinungsort: Königsberg
Übersetzer: Emil Wagner, Pseudonym für: Ludwig Reinhold Walesrode
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Warum mein Vers der Neuheit Glanz entbehrt,
Stets arm sich zeigt an flücht’gen Wechselbildern?
Warum mein Blick der Zeit nicht zugekehrt,
Daß Fremdes ich in neuer Art könnt’ schildern?

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Warum wohl schreib’ ich stets dasselbe Eine,

Bekleide mein Gedicht mit alt Gewand,
Daß jedes Wort sich zeiget als das meine,
Sein Ursprung gleich von Jedem wird erkannt? –
So wisse, holder Freund! daß dich allein

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Und deine Liebe stets mein Vers soll singen;

Drum kleid’ ich neu die alten Worte ein,
Die alte Gab’ auf’s Neue dir zu bringen.
    Wie täglich jung die alte Sonn’ erwacht,
    Ist meiner Lieb’ in alter Mähr gedacht.

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