„Imhoff, bellen Sie!“

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
Autor: Walther Kabel
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: „Imhoff, bellen Sie!“
Untertitel:
aus: Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens, Jahrgang 1914, Elfter Band, Seite 238–239
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1914
Verlag: Union Deutsche Verlagsgesellschaft
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Stuttgart, Berlin, Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Commons
Kurzbeschreibung:
Vergleiche hierzu auch mit den den Artikel „Bellen Sie!“ in: Die Burg. Illustrierte Zeitschrift für die studierende Jugend, 4. Jahrgang, S. 459–460.
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
Imhoff, bellen Sie!.pdf
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[238] „Imhoff, bellen Sie!“ – Während der türkischen Manöver im Herbst des Jahres 1909, denen auch Generalfeldmarschall von der Goltz[ws 1] beiwohnte, hatte die dritte Division, bei der sich die Manöverleitung aufhielt, erst gegen Abend den Tundschafluß mit Hilfe einer Pontonbrücke überschreiten können, so daß das Gefecht sich bis in die Nacht hinzog, während die Kritik erst bei völliger Dunkelheit beendet war. Die Offiziere der Manöverleitung, darunter der Feldmarschall und der deutsche Instrukteur Generalleutnant Imhoff Pascha[ws 2], hatten bis zu ihren Quartieren noch etwa zwei Meilen zu reiten, verirrten sich jedoch in der Finsternis und hielten nach stundenlangem Suchen nach einer gangbaren Straße ratlos mitten auf einem abgeernteten Felde.

Nirgends war ein Licht, nirgends die Spur eines Biwakfeuers zu sehen. Ringsum die schweigende, dunkle Nacht und tiefe Stille. Ein paar Offiziere, die man zum Rekognoszieren ausgeschickt hatte, kehrten bald zurück, ohne auch nur ein Gehöft entdeckt zu haben. Die Lage wurde immer ungemütlicher.

Da wandte sich plötzlich Generalfeldmarschall von der Goltz an Imhoff Pascha, der sich als Tierstimmenimitator einer gewissen [239] Berühmtheit erfreute. „Imhoff, bellen Sie, so laut Sie können!“ sagte er.

Der General stutzte einen Augenblick. Dann aber begann er in wahrhaft künstlerischer Vollendung und so kräftig, als seine Kehle die Hundelaute nur hervorzubringen vermochte, zu bellen.

Bereits eine Minute später zeigte sich der Erfolg. Von rechts vorwärts antwortete ein Dorfköter.

Der Feldmarschall lachte und rief: „Sehen Sie, das Hundevieh dort ist auf den alten Trick wieder hereingefallen. Dort reiten wir hin!“

Sehr bald hatten die Herren ein Dorf und nunmehr auch die richtige Straße gefunden und trabten vergnügt ihren Quartieren zu.
W. K.


Anmerkungen (Wikisource)

  1. Wilhelm Leopold Colmar Freiherr von der Goltz (* 12. August 1843 in Adlig Bielkenfeld; † 19. April 1916 in Bagdad)
  2. Heinrich Karl Abraham Imhoff (* 1854; † 1918)