ADB:Achterfeld, Johann Heinrich

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Artikel „Achterfeldt, Johann Heinrich“ von Friedrich Lauchert in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 45 (1900), S. 687–688, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Achterfeld,_Johann_Heinrich&oldid=- (Version vom 23. August 2019, 22:42 Uhr UTC)
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Achterfeldt: Johann Heinrich A., katholischer Theologe, geboren am 17. Juli 1788 zu Wesel. † am 11. Mai 1877 zu Bonn. A. studirte Theologie in Köln und Münster, empfing am 12. Juni 1813 die Priesterweihe und wirkte darauf zuerst in Xanten, dann von Januar 1814–1817 als Caplan in seiner Vaterstadt Wesel in der Seelsorge. Im J. 1817 wurde er als Professor der Theologie an das Collegium Hosianum nach Braunsberg berufen; im J. 1825/26 war er Rector der Lehranstalt. Im Sommer 1826 folgte er einem Rufe nach Bonn als Professor der Moraltheologie und Homiletik. Im folgenden Jahre wurde ihm auch die Leitung des damals gegründeten katholisch-theologischen Convictoriums übertragen. Infolge seiner Verwicklung in die Hermesianischen Streitigkeiten wurde er, zugleich mit Prof. Braun, da sie sich nach der Verurtheilung des Hermesianismus nicht wie die andern Collegen unterwarfen, auf Antrag des Coadjutors Geissel seiner Lehrthätigkeit im J. 1843 enthoben, unter Beibehaltung der Professur; zugleich mußte er die Inspection des Convicts an den damals nach Bonn berufenen Prof. Dieringer abtreten. Von der theilweisen Suspension, bis auf Lesung einer stillen Messe, wurde er später, am Anfang der sechziger Jahre, nach Abgabe einer für genügend befundenen Erklärung, wieder entbunden. – In Braunsberg verfaßte A. im Auftrage des Fürstbischofs von Ermland, Joseph von Hohenzollern, ein „Lehrbuch der christkatholischen Glaubens- und Sittenlehre in Fragen und Antworten, zunächst für das Bisthum Ermland“ (Braunsberg 1825); daneben auch einen [688] kleinen Katechismus: „Katechismus der christkatholischen Lehre, zunächst für die Elementarschulen des Bisthums Ermland“ (Braunsberg 1826), 1828 in den Schulen eingeführt; von dem Katechismus ließ er später in Bonn 1831 und[WS 1] 1833 noch eine 2. und 3. Auflage erscheinen. Das „Lehrbuch der Glaubens- und Sittenlehre“ wurde durch Decret vom 28. November 1838 auf den Index gesetzt (vgl. Reusch, Der Index der verbotenen Bücher II, 2, S. 1119 f.), worauf A. zur Vertheidigung die Broschüre herausgab: „Acta ad librum Achterfeldtii nunc professoris Bonnensis (Lehrbuch der christkathol. Glaubens- und Sittenlehre) nuper in indicem librorum prohibitorum relatum spectantia“ (Coloniae 1839); zugleich deutsch: „Aktenstücke das jüngsthin von der Inquisition zu Rom verbotene Lehrbuch der christkath. Glaubens- und Sittenlehre von J. H. Achterfeldt betreffend“ (Bonn 1839). – In Braunsberg schrieb A. außerdem die Abhandlungen zum Index lectionum 1826 und 1826/27. Zum Antritt seiner Bonner Professur veröffentlichte er die Einladungsschrift: „De necessitate principii ad construendam doctrinam moralem deque erroribus in constituendo summo principio natis ex discrimine inter principium doctrinae moralis et criterium honestatis non animadverso“ (Bonnae 1827; im Buchhandel mit anderem Titelblatt: „De erroribus …“). Seit 1832 gab er mit den anderen Professoren der Bonner katholisch-theologischen Facultät die „Zeitschrift für Philosophie und katholische Theologie“ heraus, das wissenschaftliche Organ des Hermesianismus; 32 Hefte 1832–39; dann neue Folge, Jahrg. 1–13, 1840–52; seit 1844 nur noch von A. und Braun allein herausgegeben. A. gab auch die „Christkatholische Dogmatik“ seines Lehrers Hermes heraus, 3 Theile (Münster 1834). Ferner eine Ausgabe von „Innocentii III. de contemptu mundi libri tres“ (Bonnae 1855).

Deutsche Reichszeitung 1877, Nr. 129 vom 13. Mai. – J. Bender, Geschichte der philosophischen und theologischen Studien in Ermland (Braunsberg 1868), S. 161. – F. Hipler, Bibliotheca Warmiensis, Bd. I, Abriß der ermländischen Literaturgeschichte (Braunsberg 1872), S. 249, 251, 301 f.; Bibl. Warm. Bd. III, Briefe, Tagebücher und Regesten des Fürstb. v. Ermland Joseph v. Hohenzollern (Braunsberg 1883), S. 86, 203 f., 224–229, 236, 289 f., 292–294, 302, 304, 310 f., 401, 439, 447 f. – Baudri[WS 2], Cardinal v. Geissel (Köln 1881), S. 71. – O. Pfülf, Cardinal v. Geissel, Bd. I (Freiburg 1895), S. 201, 212–227, 231–243. – Kirchen-Lexikon, 2. Aufl., V, S. 1895, 1898. – H. Brück[WS 3], Geschichte der kath. Kirche im 19. Jahrh., Bd. II (Mainz 1889), S. 437, 439, 491 f., 496 f.


Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: und und
  2. Johann Anton Friedrich Baudri (1804-1893), Generalvikar des Kölner Erzbischofs v. Geissel, später Weihbischof; vgl. Wikipedia.
  3. Heinrich Brück (1831-1903), Bischof von Mainz; vgl Wikipedia.