ADB:Amalarius von Metz

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Artikel „Amalarius von Metz“ von Leopold von Eltester in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 1 (1875), S. 382–383, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Amalarius_von_Metz&oldid=- (Version vom 21. April 2019, 10:41 Uhr UTC)
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Amalharius, Amalherius, Hamularius, Amularius Fortunatus und Symphosius nach der älteren Meinung ein und dieselbe Person, nach der jüngeren besonders von Marx (Geschichte des Erzstifts Trier I. Abth. II. Bd. S. 387 f.) verfochtenen Ansicht zwei gleichzeitig lebende und in gleichen Kreisen sich bewegende geistliche Gelehrte der Karolingischen Zeit (809–832).

Der erste Amalharius, gewöhnlich mit dem Beinamen Fortunatus, vorher Abt zu Mettlach an der Saar, wurde von Karl dem Großen 809 oder 810 zum Bischof von Trier berufen und unterstützte den Kaiser aus Dankbarkeit durch Uebersendung von Marmorsäulen und musivischem Schmucke aus den Ruinen von Trier zum Bau des Palastes und Doms zu Aachen. Kaiser Karl betraute ihn 811 mit der Consecration der neu erbauten bischöflichen Kirche zu Hamburg und 813 mit einer Gesandtschaft nach Byzanz zu Kaiser Michael. Von Constantinopel kehrte A. nach Kaiser Michaels und Karls des Großen Tode in Begleitung einer griechischen Gesandtschaft zurück, welche 814 Kaiser Ludwig dem Frommen Namens des Kaisers Leo zu seiner Thronbesteigung Glück wünschte. Da Hatto als Erzbischof von Trier bereits 817 fungirt, so nimmt man an, daß der trierische A. damals gestorben, der fernerhin erscheinende also eine zweite von ihm verschiedene Person gewesen sei. Von dem trierischen A. sind folgende Schriften bekannt: Ein „Tractatus de baptismo“ oder „de caeremoniis baptismi“, als Denkschrift auf eine Anfrage Kaiser Karls des Großen an die Erzbischöfe und Bischöfe seines Reiches über die Vorbereitung und den Modus der Taufe. Ein Codex der Bibliothek der Abtei Petau bezeichnet ausdrücklich den Bischof A. als Verfasser und ist daher die Angabe des Jesuiten Jakob Sirmond, sowie des ersten Herausgebers der Werke von Alkuin, Quercetanus, welche jenen Tractat als von Alkuin verfaßt bezeichnen, zu berichtigen. (Vgl. die Ausgabe der „Alcuini opera“ vom Abte Froben von Regensburg. II. 520–524). Dann ein von demselben gelegentlich seiner Reise nach Byzanz verfaßtes liturgisches Werk „De divinis officiis“ insbesondere de missa, auch „Liber officiorum“ genannt. Auch dieser von M. Hittorp 1568 edirte und von Quercetanus den Werken Alkuins angeschlossene Tractat, welcher auch von Froben (l. c. 461–516) unter die Spuria Alcuini aufgenommen worden ist, wird durch einen Codex der Stadtbibliothek zu Trier ausdrücklich als ein Werk des Hamularius [383] Fortunatus Cardinalis Romanus Trebirorum Metropolitanus bezeichnet. Endlich verfaßte derselbe auch noch auf seiner Seereise nach Byzanz ein kleines Gedicht: „Versus marini“, welches ebenfalls bei Froben gedruckt ist. –

Der zweite A. mit dem Beinamen Symphosius, angeblich aus Burgund stammend und von Alkuin zu Tours gebildet, Diakon-Priester, zuletzt Chrobischof zu Metz, 819 bis gegen 832 wirkend, schrieb: „Libri quattuor de officiis ecclesiasticis seu divinis sacramentis“ welche er (gegen 820) Ludwig dem Frommen und dessen Gemahlin Judith widmete – ein Werk, welches im engsten Zusammenhange mit dem „liber officiorum“ des Trierer A. steht und sehr für die Identität beider Personen spricht. Angeblich 831 ging dieser A. als Gesandter Ludwigs des Frommen nach Rom zu Papst Gregor IV. und schrieb in Folge dieser Mission zur Erzielung einer liturgischen Uebereinstimmung des gallischen mit dem römischen Ritual einen „Liber de ordine antiphonarii“. Beide Schriften sind gedruckt Biblioth. Max. P. T. Leyden. XIV. 934–1061.

Trier rühmte sich, das Grab des trierischen A. im Stifte St. Pauli zu besitzen, während Metz die Grabstätte seines A. in der vor seinen Mauern gelegenen Abtei St. Arnulph verehrte, von wo aus bei der Belagerung Karls V. 1555 die Gebeine nach der Dominicanerkirche in der Stadt gebracht wurden.

Broweri et Masenii Annales Trevirenses I. 394–404. Marx, Geschichte des Erzstiftes Trier I. 2. 387 ff.