ADB:Amberger, Christoph

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Artikel „Amberger, Christoph“ von Wilhelm Schmidt (Kunsthistoriker) in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 1 (1875), S. 390, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Amberger,_Christoph&oldid=- (Version vom 14. November 2019, 03:51 Uhr UTC)
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Amberger: Christoph A., vortrefflicher Maler, geb. um 1500, † um 1570; Doppelmayr („Histor. Nachrichten von den Nürnbergischen Mathematicis und Künstlern“ 1730) läßt ihn von Nürnberg stammen; so viel ist aber gewiß, daß seine Kunst durchaus der Augsburger entspricht, und er in Augsburg von 1530–1560 nachweisbar ist. Man gibt ihn gewöhnlich als Schüler Hans Holbein’s des Jüngern aus, doch ganz mit Unrecht; seine Bildnisse zeigen keine andere Verwandtschaft mit demselben, als die sich auch der gleichen Zeit und Schule erklärt. Dagegen kann vielleicht Hans Burgkmair als sein Lehrer betrachtet werden. 1532 malte A. das Bildniß Kaiser Karls V., wovon das Original nach Woltmann in der Galerie der Akademie zu Siena sich befindet. Im folgenden Jahre verfertigte er die Bildnisse des Wilhelm Mörz und der Afra Rehm, im Maximiliansmuseum zu Augsburg; dann die Wiederholung des letztern und als Gegenstück dazu einen männlichen Kopf, in dem man einen Verwandten der Afra vermuthen darf, in der Sammlung würtembergischer Alterthümer zu Stuttgart. Man vermuthet, daß er sich bald darauf nach Italien begeben habe. Im J. 1542 malte er die Bildnisse des Matthias Schwartz und seiner Frau der Barbara Mangollt, jetzt im Besitz des Ministers von Friesen in Dresden, völlig beglaubigt durch eine alte Nachricht im Trachtenbuche des Schwartz. Amberger’s berühmtestes Bildniß ist das Bild Sebastian Münster’s, des Kosmographen, im Berliner Museum, es ist trefflich colorirt und lebendig aufgefaßt. Seine religiösen Bilder beanspruchen weniger Bedeutung als seine Bildnisse; die hervorragenderen darunter sind: „der große Altar mit der Madonna im Dom zu Augsburg“, bezeichent C. A. 1554, und „Christus mit den klugen und thörichten Jungfrauen“ von 1560 in der St. Annakirche daselbst. Die drei Bilder in der Münchner Pinakothek, „hl. Dreifaltigkeit“, „Maria mit dem Kind“ und „der hl. Rochus“ sind mit Unrecht auf seinen Namen geschrieben. In allen diesen Werken gibt sich im Sinne der Augsburger Schule die Richtung aufs Malerische kund, sein Pinsel ist verhältnißmäßig breit und weich, seine Empfindung fein, die Zeichnung hat aber nicht die Schärfe und Genauigkeit der bessern frühern deutschen Meister. Besonders sieht man, wie er sich an den reichen Brüsten der italienischen, vorzüglich venetianischen, Kunst genährt hat. Nach Holbein’s Tod dürfte er der beste deutsche Bildnißmaler gewesen sein. Begreiflich darum, daß seine Werke sehr gewöhnlich unter dem Namen Holbein’s gehen.

A. Woltmann in J. Meyer’s Künstlerlexikon.