ADB:Amthor, Christoph Heinrich

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Artikel „Amthor, Christoph Heinrich“ von Rochus von Liliencron in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 1 (1875), S. 418, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Amthor,_Christoph_Heinrich&oldid=- (Version vom 18. August 2019, 09:27 Uhr UTC)
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Amthor: Christoph Heinrich A., geb. zu Stolberg um 1678, † zu Kopenhagen 21. Febr. 1721. In Rendsburg bei einem Oheim erzogen, studirte er in Kiel die Rechte und ward hier 1704 Prof. des Staatsrechts, als Nachfolger seines Schwiegervaters Nic. Martini. Er hatte durch seine Parteinahme für die Kopenhagener Regierung gegen die Gottorper und durch Gedichte gleicher Tendenz die Augen König Friedrichs IV. auf sich gezogen, der ihn 1713 zum königl. Historiographen und zum Präsidenten und Amtmann von Rendsburg ernannte. A. verfaßte darauf während des schwedischen Krieges mehrere Staatsschriften, die das Interesse der königl. Linie gegen die Gottorpische („In jure und facto gegründeter Beweis der vielfältigen Treulosigkeiten, so das kön. Dänische Haus von dem fürstl. hollstein-gottorpischen bisher erlitten“. 1715), gegen die Ritterschaft („Historischer Bericht von dem vormahligen und gegenwärtigen Zustande der schleßwig-hollsteinischen Ritterschaft und ihrer Privilegien“. 1714) und gegen Schweden vertraten. Die hierbei verhandelten Fragen und die sich daran knüpfenden Thatsachen in den Herzogthümern sind bekanntlich für die Beurtheilung der schleswig-holsteinischen Erbfolgefrage von entscheidender Wichtigkeit. – Man wollte A. schon 1715 nach Kopenhagen ziehen, er ging aber erst 1719 als Justizrath dorthin, wo er – ein Beweis für den Werth, den man auf seine Arbeiten legte – seine Wohnung im Rosenburger Schloß erhielt, aber schon nach 3 Jahren starb.

Unter seinen publicistischen Schriften, die Moller (s. u.) verzeichnet, machte die „Dissertatio politica de habitu superstitionis ad vitam civilem“ (1708) einiges Aufsehen, indem sie den höchsten Zorn der orthodoxen Geistlichkeit erregte und ihrem Verfasser den Vorwurf des Indifferentismus, ja des Atheismus zuzog.

Seine Gedichte: „Der in allen seinen Zweigen verherrlichte königl. oldenburg. Stammbaum“; „Poetischer Versuch einiger deutschen Gedichte und Uebersetzungen“, 1716 und 1734, sind elende Machwerke. Letztere Sammlung enthält außer einer Uebersetzung des 1. und 4. Buchs der Aeneis meistens Gelegenheitsgedichte, zum Theil sehr unsauberer Art.

Seine Geschichte Christians V. von Dänemark blieb nebst anderen Arbeiten Manuscript.

Moller, Cimbria litt. II. 36.