ADB:Bekelin, Heinrich

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Artikel „Bekelin, Heinrich“ von Karl Ernst Hermann Krause in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 2 (1875), S. 298, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Bekelin,_Heinrich&oldid=- (Version vom 13. Dezember 2019, 00:23 Uhr UTC)
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Bekelin: Heinrich B. (Bekelyn, Bokelin, Bökelin, Beselin), zuletzt Magister artium und Dr. utr. jur. et theol., kommt zuerst 1419 bei Stiftung der Universität Rostock als Universitätssecretär (Notarius) vor, wahrscheinlich hat er die ältesten Inscriptionen in das noch vorhandene Matrikelbuch besorgt. Nachdem er schon 1427 während Abwesenheit des Rectors aus eigner Macht intitulirt hatte, wurde er 1432 selbst Rector; bekleidete diese Würde dreimal vor der Auswanderung der Universität aus der gebannten Stadt nach Greifswald (1437) und erlangte sie dort abermals 1438, scheint auch bis 1443, in den zerrütteten Zeiten der Akademie, die Geschäfte fortgeführt zu haben. Da er zugleich Pfarrherr der Marienkirche zu Rostock war, hatte er nach Beseitigung des Bannes 1439 und der kaiserlichen Acht 1443 das größte Interesse an der Rückführung der Universität, und er schloß den Vertrag von 1443, wonach die Stadt diese wiederaufnahm, jedoch gegen deren Verzicht auf die ursprüngliche Dotation einer Rente von 800 Goldgülden. Die wiedergekehrte Universität übertrug ihm sofort das Rectorat 1443, das er ferner noch sechs Mal bekleidete, zuletzt 1454; eine spätere Nachricht über ihn ist nicht vorhanden. Aus seinen Stiftungen erhellt, daß er wohlhabend war. Als 1439 der Kirchenbann gehoben wurde, machte er für seine Nachfolger an der Marienkirche und deren Capellane eine Stiftung, für deren Genuß sie das Credo, das Vaterunser und die übrigen Hauptstücke des katholischen Glaubens sonntäglich in niedersächsischer Sprache in der Kirche deutlich verlesen und erklären sollten. Ob B. stets als Jurist oder auch als Theolog gewirkt, ist nicht zu ermitteln, in der Rückführung der Universität scheint er auch als herzoglicher Rath aufzutreten. Er gehört zu der alten, großen Rostocker Familie der Beselin (Barcelin, Bercelyn), welche auch ritterschaftlichen Besitz hatte, und deren eine Linie nach Schleswig ging. Die bedeutendsten Männer derselben, wichtig in der Landesgeschichte, sind M. Protasius B., geb. 1633, Diaconus 1663, Pastor zu St. Petri in Rostock 1668, † 30. Mai 1674; Lic. jur. Johann Joachim B., Rathsherr 1699, Bürgermeister 1708, † 1718; Dr. jur. Valentin Johann B., geb. 4. Juli 1693, Rathsherr 1724, Syndicus 1726, Bürgermeister 1732, † 16. Dec. 1755 auf dem Landtage in Malchin; Johann Christian B., wirklicher geheimer Rath, Freund der Landesgeschichte, von dem die „Beselin’schen Auszüge“ stammen, † 1705. Die letzte katholische Domina des H. Kreuz-Klosters zu Rostock (nach 1562) war Margaretha Beselin.

Rost. Univ.-Matr.; Krabbe, Univ. Rostock; Wöchentl. Rost. Nachr. und Anz. 1755, S. 187 ff.; Ungnaden, Amoenit.; Rost. Etw. 1747, S. 48. 1737, S. 702 u. 733, 1742 S. 401; Parentat. für Bürgermeisterin Stever geb. Beselin von Burgmann 1742.[1]

[Zusätze und Berichtigungen]

  1. S. 298. Z. 4 v. u. zuzusetzen: Crull fand in Wismar einen Bekelin’schen Grabstein mit dem Wappen der Baggel (s. Bd. I S. 766), wodurch der Zusammenhang mit den Beselin zweifelhaft wird. [Bd. 3, S. 793]