ADB:Benkner, Johann

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Benkner, Johann“ von Eugen von Trauschenfels in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 2 (1875), S. 336–337, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Benkner,_Johann&oldid=- (Version vom 18. Januar 2020, 11:20 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Benkert, Johann Peter
Band 2 (1875), S. 336–337 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Kein Wikipedia-Artikel
(Stand Juli 2013, suchen)
GND-Nummer 118869671
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|2|336|337|Benkner, Johann|Eugen von Trauschenfels|ADB:Benkner, Johann}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=118869671}}    

Benkner: Johann B., der ältere, geb. zu Kronstadt in Siebenbürgen, wahrscheinlich zu Anfang des 16. Jahrhunderts, † 11. Juli 1565, aus einer der ältesten und angesehensten Familien Kronstadts abstammend, deren Vorfahren der Sage nach unter die Gründer der Stadt gerechnet werden, war einer der eifrigsten Förderer der von Johannes Honterus wirksam begonnenen Reformation. In hervorragender amtlicher Stellung (1545 Stadthann, 1547, 1548, 1550–1552, 1555–1560 Stadtrichter), wahrscheinlich im Besitz eines bedeutenden Vermögens, wie der Ankauf eines Goldbergwerks am Flusse Ompoly bei Zalathna von Martin Litteratus Kiskaradi de Borbánd schließen läßt, in dem er 1557 u. 1558 von der Königin Isabella bestätigt und geschützt wurde, betheiligte er nächst dem Stadtrichter Johann Fuchs sich am lebhaftesten unter den Weltlichen an der Durchführung der Kirchenverbesserung, ja war bestrebt, derselben über die Grenzen Siebenbürgenns hinaus in der benachbarten Walachei Eingang zu verschaffen. Auf seine Aufmunterung übersetzte Stadtpfarrer Valentin Wagner den Katechismus ins Griechische und ließ ihn und das griechische Testament in Kronstadt drucken. Er veranlaßte ferner 1559 die Uebertragung des Lutherischen kleinen Katechismus und dessen Drucklegung in romänischer (walachischer) Sprache und scheint nach einer Stelle in des Stadtpfarrers Marcus Fuchs Chronik (J. Trausch, Chronicon Fuchsio-Lupino-Oltardinum. Coronae 1847. S. 61) auch die Unterweisung in demselben bewirkt zu haben. Durch den Diakon Koresi von Terportist und den Diakon (Schreiber) Theodor veranstaltete er endlich die Uebersetzung der vier Evangelisten aus dem Serbischen in das Romänische 1560. – Unter seiner Mitwirkung gründete Honterus die Bibliothek des Kronstädter evangelischen Gymnasiums, welche durch die bei der Einnahme von Ofen aus dem Bücherschatz des K. Matthias Corvinus von den Türken erbeuteten und da und dort veräußerten Bücher einen ansehnlichen Zuwachs erhielt, bei der Einäscherung Kronstadts aber gleichfalls ein Raub der Flammen [337] wurde. B. gebührt auch das Verdienst, die erste Papiermühle in Siebenbürgen 1546 in Kronstadt mit dem Stadtrichter Johann Fuchs errichtet zu haben.

Trausch, Schriftstellerlex. der Siebenbürger Deutschen. I. – A. Kurz, Magazin f. Geschichte, Litteratur und alle Denk- und Merkwürdigkeiten Siebenbürgens. Kronstadt 1844–1847. I. 146. II. 351. – J. Dück, Geschichte des Kronstädter Gymnasiums. Kronstadt 1845. – M. G. v. Hermann, Das alte und neue Kronstadt. (Handschrift.) I. Bd.