ADB:Bertram, Johann Friedrich

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Artikel „Bertram, Johann Friedrich“ von Ernst Friedländer in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 2 (1875), S. 551, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Bertram,_Johann_Friedrich&oldid=- (Version vom 18. April 2024, 20:22 Uhr UTC)
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Band 2 (1875), S. 551 (Quelle).
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Bertram: Johann Friedrich B., Theologe, geb. zu Ulm 7. Febr. 1699, † zu Aurich 18. Juni 1741. Er besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt und nachdem er einen guten Grund in den Wissenschaften gelegt hatte, bezog er 1720 die Universität Halle. Dort studirte er Theologie und schöne Wissenschaften und ließ bereits 1722 seine erste Arbeit „Commentatio de singularibus Anglorum in eruditionem orientalem meritis“ daselbst im Druck erscheinen, und zwar diese Schrift, wie mehrere andere kleine Erzeugnisse seiner Feder, unter dem Pseudonym J. F. Pyretron. B. studirte in Halle bis 1725, publicirte sein größeres Werk „Einleitung in die schönen Wissenschaften“, und wollte darauf die Universitätsstadt verlassen, als ihn der berühmte Professor Hermann Franke bewog, als Lehrer in das von ihm neugegründete Pädagogium daselbst einzutreten. Dort unterrichtete B. bis zum J. 1728 die wichtigsten Lectionen in den beiden oberen Classen und folgte dann einem Rufe als Hofdiacon und Rector des fürstlichen Lyceums nach Aurich. Schon im folgenden Jahre sah er sich zum Hofprediger befördert und versah dabei das Amt eines Consistorial- und Kirchenraths und Scholarchs des Lyceums. Trotz dieser umfangreichen praktischen Thätigkeit war er unausgesetzt schriftstellerisch thätig. Schon im J. 1730 erschienen seine „Anfangslehren der Historie der Gelehrsamkeit“, und es verging kein Jahr, in welchem nicht mehrere Zeugen seines Fleißes die Presse verlassen hätten. Und zwar verdankt ihm nicht nur die Theologie, sondern fast ebenso viel die Specialgeschichte reiche Förderung; auf diesem Gebiete sind seine „Analecta Ostfrisica“ und die „Geographie von Ostfriesland“ beachtenswerthe Gaben. Seine Schrift „Historischer Beweis, daß Ostfriesland zur Zeit der Reformation sich zur evangelisch-lutherischen, nicht zur reformirten Kirche gewendet“ (1732) zog ihm einen scharfen Angriff seitens des Emdener Predigers Meiners zu, welcher im ersten Bande seiner Oostvrieschlands Kerkelyke Geschiedenisse (1738) diese Behauptung ausführlich und entrüstet abweist. B. antwortete mit seiner „Ostfriesischen Reformations- und Kirchengeschichte“ (1738), schwieg aber sodann auf eine Entgegnungsschrift von Meiners. – Mehr als 40 Werke und ein gesegnetes amtliches Wirken haben J. F. Bertram’s Namen der Nachwelt aufbewahrt. Ein Verzeichniß seiner Werke steht bei Gundling, Historie der Gelehrtheit. Frankfurt und Leipzig 1734. I. 226–233 und bei Reeshemius, Ostfriesl. Prediger-Denkmal. Aurich 1765.