ADB:Birckenstock, Johann Melchior Edler von

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Artikel „Birkenstock, Johann Melchior Edler von“ von Ferdinand Spehr in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 2 (1875), S. 662, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Birckenstock,_Johann_Melchior_Edler_von&oldid=- (Version vom 21. Februar 2020, 06:50 Uhr UTC)
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Birkenstock: Johann Melchior, Edler v. B., ein um das Schulwesen in Oesterreich sehr verdienter Staatsmann, geb. 11. Mai 1738 zu Heiligenstadt im Eichsfelde, † 30. Oct. 1809. Er studirte zu Göttingen und Erfurt und trat im J. 1763 in die Dienste des österreichischen Staats, in welchen er zuerst in Wahl- und Krönungsangelegenheiten Kaiser Josefs II. in Frankfurt, dann bei der k. k. Gesandtschaft an den kurfürstlichen Höfen zu Mainz, Trier und Köln, wie an dem pfälzischen und dem sächsischen Hofe beschäftigt war. Im J. 1766 kam er zu der Gesandtschaft nach Paris, wurde aber im J. 1768 nach Wien berufen und in der Staatskanzlei angestellt. Hier erhielt er von der Kaiserin Maria Theresia den Auftrag, einen Plan zur Verbesserung des Erziehungs- und Schulwesens in Oesterreich auszuarbeiten. Nach Vollendung der Arbeit machte er eine Reise durch Deutschland, um die berühmtesten Lehr- und Erziehungsanstalten zu besuchen und Männer ausfindig zu machen, welche zur Ausführung seines Planes geeignet waren. Nach der Rückkehr nach Wien wurde B. zum Regierungsrath, dann zum Hofrath ernannt und ihm die Censur der politischen Schriften übertragen. Sowol die Kaiserin Maria Theresia als ihr Nachfolger, Kaiser Joseph II., schenkten ihm bis zu ihrem Tode das vollste Vertrauen. Unter Kaiser Leopold wurde er am 1. Januar 1792 zum Director des Schul- und Erziehungs-Departements ernannt, welchem er bis zum J. 1803 vorstand, dann aber seiner geschwächten Gesundheit wegen in den Ruhestand trat. Seine Verdienste um Hebung des Schulwesens, so wie der Kunst und Wissenschaft in Oesterreich überhaupt sind von allen Seiten anerkannt und nicht gering. In seinen Bestrebungen wurde er unterstützt durch einen gebildeten Geschmack, vielseitige Kenntniß, geübtes Urtheil und mannhaftes Bestreben, das Gute in aufgeklärtem, vorurtheilsfreiem Geiste zu fördern und zu heben. Er hinterließ eine bedeutende Sammlung von Büchern, Gemälden und Kunstsachen. Als Schriftsteller ist B. nicht oft aufgetreten. Eine Schilderung Friedrichs II., eine Beschreibung des Denkmals der Erzherzogin Christine, ausgeführt von seinem Freunde Canova, sind durch ihren Lapidarstil ausgezeichnet. Mit vielen berühmten Männern des In- und Auslandes, wie mit Franklin und Robertson, stand er im Briefwechsel.