ADB:Bonin, Ulrich Bogislaus von

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Artikel „Bonin, Ulrich Bogislaus von“ von Paul Pressel in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 3 (1876), S. 130–131, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Bonin,_Ulrich_Bogislaus_von&oldid=- (Version vom 15. Oktober 2019, 13:20 Uhr UTC)
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Bonin: Ulrich Bogislaus v. B., geb. den 28. Sept. 1682 zu Cartzin bei Cöslin in Hinterpommern. Den Vater, kurfürstlich brandenburg. Kammerrath und Amtshauptmann in Bublitz, verlor er 1700, die Mutter, Magdalena Freiin von Putkammer, schon 1692. Von der vornehmen Familie fürs Militär bestimmt, kam der Jüngling, auf der Schule zu Stolpe vorbereitet, 1700 als gefreiter Corporal ins Dönhoff’sche Regiment, wurde 1704 Fähndrich und machte vier Feldzüge mit (1705 bei der Belagerung von Hagenau, 1706 in den Niederlanden, 1708 vor Ryssel, 1709 vor Doornyk etc.). Im Laufe derselben entfaltete sich seine geistliche Richtung so mächtig, daß er 1710 seinen Abschied nahm und die Universität Halle bezog, um Theologie zu studiren. Indeß bewog ihn schon im folgenden Jahre der Graf von Reuß zu Köstritz, eine Hofmeisterstelle im reichsgräflich Reuß-Ebersdorfischen Hause anzunehmen. Mit seinem Zöglinge durfte er 1715 bis 1719 wieder in Halle weilen und sodann eine gelehrte Reise nach Holland, Frankreich etc. machen. Als der junge Herr zur Regierung gelangte (Heinrich XXIX.) wurde B. sein Rath und blieb am Hofe zu Ebersdorf lebenslang, ohne jedoch völlig, wie der letztere, zur Herrnhuter Brüdergemeinde überzutreten. Am 9. Jan. 1752 ging der „alte Jünger Christi“ zur Freude seines Herrn ein. – Sowol in Freylingshausen’s Gesangbuch als in den Köthe’schen Sammlungen stehen Lieder Bonin’s, welche größtentheils „gebundene Seufzerlein und Reimlein“, „Täublein und Tröpflein“ enthalten und mit denen seines Freundes Bogatzky wetteifern. Zu den annoch beliebtesten gehören: „Wie gut ist’s doch in Gottes Armen“, „Beglückter Stand getreuer Seelen“, „Wie thöricht handelt doch ein Herze“, „Richte, Gott, mir meinen Willen“, „Trag mich Armen aus Erbarmen“ etc. – Die verschiedenen Tractätlein Bonin’s verzeichnet Koch’s Geschichte [131] des Kirchenliedes Bd. IV. S. 478–485, 3. Aufl. Des sel. Bonin’s hochgräfl. Reuß’schen Raths etc. erbauliche Schriften, mit vorangestelltem Lebenslauf. Leipzig, 3. Aufl., 1760.