ADB:Borries, Sophie

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Artikel „Borries, Sophie“ von Adolf Häckermann in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 3 (1876), S. 179, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Borries,_Sophie&oldid=- (Version vom 25. Juni 2019, 22:21 Uhr UTC)
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Borries: Sophie B., als geist- und gemüthvolle Dichterin unter dem Namen Diotima bekannt, als älteste Tochter des Domänenpächters Rohde in Mecklenburg zu Gramzow bei Teterow am 18. Aug. 1799 geboren, † 15. Mai 1841. In Folge der Verarmung ihrer Eltern durch den Krieg früh auf selbständigen Erwerb angewiesen, wirkte sie mehrere Jahre als Gouvernante in ihrer Heimath, sodann zu Hohensee bei Wolgast im Hause der Baronin v. Kirchbach. Hier lernte sie den verwittweten Hofrath Borries aus Greifswald kennen und vermählte sich mit ihm in ihrem 22. Lebensjahre. Das höhere Lebensalter des Gatten und die Kinderlosigkeit ihrer Ehe ließen eine Lücke in ihrem Leben, welche auch der treue Eifer, mit dem sie sich nach dem frühzeitigen Tode beider Eltern der Erziehung ihrer jüngeren Geschwister widmete, nicht auszufüllen vermochte. Ihre hervorragende Begabung führte sie daher zu einer tieferen Beschäftigung mit Litteratur und Kunst und zu wissenschaftlicher Unterhaltung mit geistesverwandten Persönlichkeiten. Zu diesen gehörte namentlich ein jüngerer Gelehrter, dessen geistvolle Auffassung des classischen Alterthums und der neueren Litteratur ihr eine mächtige Anregung gewährte, die sich allmählich zu einer tiefen Neigung steigerte. Bei den daraus erwachsenden Seelenkämpfen suchte und fand sie Trost in der Poesie. Ihre lyrischen Gedichte, welche zum Theil in der „Sundine“ veröffentlicht wurden, dem Verfasser dieser Skizze aber in ihrer Gesammtheit als Manuscript vorlagen, athmen echt poetische Empfindung und Erhebung. Diese Schöpfungen waren es auch, welche die innige Freundschaft mit Adalbert v. Chamisso und dessen liebenswürdiger Gattin vermittelten. Durch seinen Freund Hitzig empfohlen, kam Chamisso auf einer botanischen Reise in ihr Haus. Aus geistiger Wahlverwandtschaft entstand ein inniger Seelenbund, der in der Folge durch brieflichen Verkehr noch enger geknüpft ward; auch weilte die Hofräthin wiederholentlich wochenlang im Hause Chamisso’s. Ihr schrieb er als der seinem Herzen zunächst stehenden unmittelbar nach dem Tode seiner Frau und gedenkt ihrer auch in seinen Werken (V. S. 90 ff.) mit wärmster Anerkennung Dies innige Freundschaftsverhältniß löste sich erst mit dem Tode der Hofräthin.