ADB:Bowitsch, Ludwig

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Artikel „Bowitsch, Ludwig“ von Franz Brümmer in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 47 (1903), S. 155, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Bowitsch,_Ludwig&oldid=- (Version vom 5. Dezember 2020, 00:37 Uhr UTC)
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Bowitsch: Ludwig B., österreichischer Dichter, wurde am 24. August 1818 in Döbling bei Wien als der Sohn eines k. k. Staatsbeamten geboren. Nach Absolvirung der Gymnasialstudien wandte er sich an der Universität Wien der Jurisprudenz zu, allein die mißlichen Verhältnisse im Elternhause zwangen ihn, seine Studien aufzugeben und sich sobald als möglich durch Sicherung einer Beamtenstellung selbständig zu machen. Er trat daher im April 1839 bei der Hofkammerprocuratur in den Kanzleidienst, wurde im November 1842 Registraturpraktikant bei der Hofkanzlei, zwei Jahre später Registratur-Accessist und 1850 mit der Leitung der Registratur der damals im Entstehen begriffenen Gendarmerieinspection betraut. Im J. 1851 wurde er Registrator und später Kanzleivorstand der Inspection und blieb in dieser Stellung, bis er 1879 mit dem Titel eines kaiserlichen Raths in den Ruhestand trat und sich nach Ober-St. Veit bei Wien zurückzog. Hier starb er am 22. September 1881. – B. war ein sehr fruchtbarer Dichter, besonders auf epischem Gebiet. Seine schon 1839 veröffentlichten „Poetischen Versuche“ erschienen 1846 in 2. Auflage u. d. T. „Gedichte“. Dann folgten die Sammlungen „Nordlichter“ (1841), „Romanzen“ (1844), „Servet“ (1849), „Epheuranken“ (Neue Romanzenfolge, 1854), „Romantische Dichtungen“ (1854), „Blumenromanzen“ (1855), „Rosenblätter“ (1855), „Beim Wein“ (Trinklieder, 1856), „Mariensagen“ (1858), „Legenden“ (1858), „Kinderlieder“ (1859), „Jägerlieder“ (1860), „Sindibad“ (Orientalische Dichtungen, 1860), „Volkslieder“ (1861), „Heroiden“ (Romanzenbuch, 1864) und „Liederbuch“ (1866). In allen diesen Dichtungen bekundet B. ein beachtenswerthes Talent, das sich in allen Formen gewandt zeigt und in seinen Darbietungen ein Streben nach höchster Veredelung und einen Eifer für Wahrheit und Recht erkennen läßt. Auch auf dem Gebiete der Novelle und Erzählung hat sich B. mit Glück versucht, wie seine „Lebensbilder und Novellen“ (1848), „Donausagen“ (Novellen und Erzählungen, 1867), „Vom Donaustrande“ (Märchen und Sagen, 1867) und seine Sagen über „Rübezahl“ (1869) bezeugen.

Persönliche Mittheilungen. – Die Biene (Unterhaltungsbl.), 25. Jahrg. 1875, Nr. 28. – Kehrein’s Lexikon d. kath. Dichter etc. I, 34.