ADB:Brocke, Heinrich Christian von

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Artikel „Brocke, Heinrich Christian von“ von Richard Heß in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 3 (1876), S. 336–337, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Brocke,_Heinrich_Christian_von&oldid=2490147 (Version vom 11. Dezember 2017, 05:51 Uhr UTC)
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Brocke: Heinrich Christian v. B., geb. 1713, † 2. Juli 1778. Von Beruf Jurist, doch von Jugend auf mit naturwissenschaftlichem Sinn ausgestattet, trieb v. B. die Forstwissenschaft nebenbei, wol veranlaßt durch den Besitz kleiner Waldgüter (Salgenholz bei Braunschweig und Ohnhösterholz im cellischen Amte Giffhorn), welche er selbst bewirthschaftete. Seine Schriften sind: „Zufällige Gedanken von der Natur, Eigenschaft und Fortpflanzung der wilden Bäume etc.“ 1752 (herausgegeben unter dem Pseudonym: Sylvander). – „Wahre Gründe der physikalischen und experimentalen allgemeinen Forstwissenschaft“, 4 Thle. 1768–1775. – „Beantwortung der von der königl. preuß. Generaldirection gestellten Preisfrage: wie ohne Nachtheil der Festigkeit des Holzes das Wachsthum der Forsten beschleunigt werden kann?“ 1774. Endlich schrieb er noch, [337] nachdem der preußische Oberforstmeister M. H. L. v. Wedel (in Schlesien und der Grafschaft Glatz) 1775 eine scharfe Beurtheilung dieser mit dem ausgesetzten Preis gekrönten Schrift veröffentlicht hatte, eine Widerlegung dieser Beurheilung, 1777. Der Grundton dieser Schriften ist ein ungezügelter Haß gegen die Holz- und Hirschgerechten (Berkmann[1], Döbel, Käpler etc.). Schon als Sylvander griff er dieselben scharf an; seine „wahren Gründe“ wimmeln von Anschuldigungen der Jägerzunft, welcher er Faulheit, Unwissenheit und Unredlichkeit vorwirft. In dem materiellen Inhalt der genannten Schriften sucht man doch eigentlich vergeblich nach einer Berechtigung zu solchem Vorgehen. v. Brocke’s Beobachtungen, namentlich im Gebiete des Holzanbaues und der Waldpflege, zeugen zwar von einem guten praktischen Blick und enthalten sehr viel Richtiges (er empfiehlt z. B. das Säuberungsschneideln an Eichen und Tannen etc., die Durchforstungen, das Quellen der Saateicheln etc.); in naturwissenschaftlichen Dingen ist aber der Verfasser den forstlichen Empirikern seiner Zeit kaum voraus, so viel er sich auch auf seine „Physik“ zu Gute thut. Brocke’s Hauptverdienst liegt weniger in seinen eigenen Leistungen, als in dem Freimuth und der Schärfe seiner Kritik, mit der er allerdings zur Besserung der forstlichen Mißstände seiner Zeit beitrug.

Vgl. Fraas, Geschichte der Landbau- und Forstwissenschaft, München 1865, S. 524. Bernhardt, Geschichte der Forstwissenschaft etc., S. 99.[2] 120.

[Zusätze und Berichtigungen]

  1. S. 337. Z. 5 v. o. l.: Beckmann st. Berkmann. [Bd. 4, S. 795]
  2. Z. 20 v. o. l.: Forstwissenschaft etc. Bd. 2, S. 99. [Bd. 4, S. 795]