ADB:Brockhagius, Christoph

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Brockhagius, Christoph“ von Wilhelm Scherer in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 3 (1876), S. 337, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Brockhagius,_Christoph&oldid=- (Version vom 21. November 2019, 14:28 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
Nächster>>>
Brockhaus
Band 3 (1876), S. 337 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Kein Wikipedia-Artikel
(Stand September 2010, suchen)
GND-Nummer 11587075X
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|3|337|337|Brockhagius, Christoph|Wilhelm Scherer|ADB:Brockhagius, Christoph}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=11587075X}}    

Brockhagius: Christoph B. aus Beverungen in Westfalen, im April 1594 an der Universität Rostock immatriculirt, lateinischer Dramatiker. Von ihm „Nymphocomus“ (Rostock 1595), eines der besten Stücke jener Zeit, in gewandter klarer Sprache, mit leichtem und natürlichem Dialog, lebendiger frischer Handlung und glücklicher, höchst manigfaltiger Charakteristik, an Plautus geschult. Der spröde Stoff, die Parabel von den klugen und thörichten Jungfrauen ist sehr geschickt zu Zwecken der Polemik und Satire gegen die spanisch-päpstliche Politik verwerthet und mit komischen Elementen durchsetzt. Das Haupt der thörichten Jungfrauen ist Babylonia, das Papstthum, buhlerisch, blutdürstig; ihr Liebhaber der allerchristlichste König, der ihr das Haupt eines ermordeten feindlichen Fürsten sendet, eine Art miles gloriosus mit einem spanischen Parasiten. Die übrigen Jungfrauen in demselben Sinne individualisirt, eine träge, friedensbedürftige, eine geizige, eine abergläubische, eine wiedertäuferische. Der Teufel Belial, einmal als Bullen- und Reliquienkrämer auftretend, steht nüchtern-ironisch den Illusionen der Menschen gegenüber, deren er sich freut.

Scherer in Wagner’s Archiv f. d. Gesch. D. Sprache und Dichtung, 1873, S. 1.