ADB:Campester, Lambert

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Campester, Lambert“ von Adolf Brecher in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 3 (1876), S. 739, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Campester,_Lambert&oldid=- (Version vom 14. Oktober 2019, 08:48 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Campen, Johann van
Band 3 (1876), S. 739 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Kein Wikipedia-Artikel
(Stand Juni 2013, suchen)
GND-Nummer 12485026X
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|3|739|739|Campester, Lambert|Adolf Brecher|ADB:Campester, Lambert}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=12485026X}}    

Campester: Lambert C., ein deutscher Dominicanermönch, dessen Name in den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts mehrfach erwähnt wird, lebte, nachdem er sein Vaterland verlassen, in Frankreich, besonders zu Lyon. Er beschäftigte sich mit der Ueberarbeitung, Verbesserung und Erklärung von Schriften ehemaliger Dominicaner, unter ihnen mehrerer des Thomas v. Aquino, wie die „Summa theologica“, die „Catena aurea“, die „Ennarationes in Job“, die „Problemata“, welche er wol sämmtlich 1520 zu Lyon herausgab. Er scheint identisch zu sein mit demjenigen Lambertus C., über den Erasmus 1525 und 1526 in seinen Briefen an Johannes Selva, ersten Präsidenten des Pariser Senates, und an Andere klagt, daß er seine „Colloquia“ mit Correcturen und Interpolationen im Sinne der katholischen Kirche, ja sogar mit einer Vorrede unter des Erasmus Namen in Paris bei Petrus Gromors herausgegeben habe. Höchst ärgerlich darüber nennt ihn Erasmus einen Windbeutel und beschuldigt ihn, er habe seinen Beschützer um 300 Goldkronen bestohlen und sei lustig zechend unter seinen scorta ergriffen worden. – Ob auch von Lambert C. das unter diesem Namen zu Paris 1523 bei Simon Coliné (Colinaeus) erschienene „Heptacolon in Summam scripturae sacrilegae Martini Lutheri in apologia ejus contentam“ verfaßt sei, läßt sich nicht bestimmen. – Uebrigens ist er nicht zu verwechseln mit Laurentius Campester aus Brabant und mit L. (?) Campester, dem Verfasser der „Oratio laudatoria pro Francisco Valesio rege Francorum christianissimo pacis et belli artium peritissimo“, die seine Zeitgenossen waren.

Echard, Scriptores ordinis Praedicatorum recensiti etc. Paris. 1719 u. 1721. Tom. II. p. 52 ss.