ADB:Casparini

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Artikel „Casparini“ von Arrey von Dommer in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 4 (1876), S. 55–56, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Casparini&oldid=- (Version vom 23. September 2019, 14:29 Uhr UTC)
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Casparini (Caspar), angesehene Orgelbauerfamilie. Der älteste bekannte Meister Caspar lebte um 1624 zu Sorau in der Niederlausitz, wo ihm in gedachtem Jahre der nachmals berühmteste Träger dieses Namens, Eugenius, geboren wurde. Zuerst war Eugen bei seinem Vater in der Lehre, ging aber, nachdem er noch drei Jahre in Baiern gearbeitet hatte, um 1644 nach Italien, wo er zu hohem Ansehen gelangte und viele Jahre zu Padua lebte. Darauf folgte er ungefähr um 1694 einem Rufe als kaiserl. Hoforgelbauer nach Wien, endlich 1697 nach Görlitz zur Erbauung der großen Orgel in St. Petri und Pauli, welche 1704 vollendet wurde und deren Ablieferung er noch erlebt hat. Von dieser Görlitzer Orgel, dem größten und berühmtesten Werke des Eugenius, hat der Organist Christ. Ludw. Boxberg eine ausführliche Beschreibung, Görlitz, Laurentius 1704, drucken lassen; die Disposition derselben steht auch bei Adlung, Mus. mech. organ. I. 232. Seine anderen hervorragendsten Arbeiten, einige kleinere ungerechnet, sind die Orgeln zu Sta. Justina in Padua, Sta. Maria Maggiore zu Trident, S. Giorgio Maggiore zu Venedig, S. Paolo zu Epan in Tirol, im neuen Stifte zu Brixen. Für die Wiener kaiserl. Kunstkammer baute er ein Positiv von 6 Registern mit Pfeifen von gepreßtem Papier. Sonst ist noch zu bemerken, daß er zur windfesten Abdichtung der windhaltenden und -führenden [56] Holzkörper in der Orgel, einer von dem gewöhnlichen Leimausgusse verschiedenen und sehr gut sich bewährenden Invetriatur, deren Bestandtheile man aber nicht genau zu kennen scheint, sich bediente. Sein ebenfalls berühmter Sohn Adamo Orazio, in Italien geboren, war auch am Bau der Görlitzer Orgel betheiligt und hat außerdem für Breslau mehrere Werke gearbeitet. Endlich werden noch zwei Orgelbaumeister C. und beide Söhne des Adamo Orazio, genannt: Johann Gottlob, welcher um 1737 seinem Vater als Gehülfe zur Seite gestanden haben soll; und ein zweiter, dessen Vornamen man nicht kennt, welcher unter dem Meister Gottfried Heinr. Trost an der 1736–39 erbauten Altenburger Schloßorgel als Geselle mitarbeitete, zu großem Rufe gelangte und nachher zu Königsberg mit seinem Schwiegervater Mosengel die große, 65 klingende Stimmen enthaltende Orgel im Kneiphofischen Dome baute. Vgl. Adlung a. a. O. I. 247. Wahrscheinlich aber sind beide eine und dieselbe Person.