ADB:Clenck, Rudolf

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Artikel „Clenck, Rudolf“ von Carl von Prantl in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 4 (1876), S. 322–323, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Clenck,_Rudolf&oldid=- (Version vom 22. Oktober 2019, 14:30 Uhr UTC)
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Clenck: Rudolf C., geboren in Bremen 1528, † in Calenberg am 6. Aug. 1578, studirte in Wittenberg, Jena, Rostock und Krakau, an welch letzterem Orte er den Katholicismus kennen und schätzen lernte, begleitete dann einen [323] lithauischen Fürsten nach Moskau, von wo er sich über Petersburg nach Schweden, Dänemark und England wendete, worauf er als Führer junger Adelicher Paris und Toul, sowie Bologna, Siena und Rom besuchte; aus Italien zurückgekehrt ging er nach Löwen, wo er den Grad eines Licentiaten der Jurisprudenz erwarb und durch Vermittlung des Convertiten Staphylus von dem baierischen Herzoge Albrecht V. eine Unterstützung erhielt, um nach Uebertritt zum Katholicismus das Studium der Theologie zu beginnen. Nachdem er in Löwen eifrig Linguistik betrieben hatte, begab er sich nach Ingolstadt, wo er 1562 und 1563 die üblichen Grade der Theologie erwarb; 1564 wurde er Vorstand eines vom Bischofe zu Eichstädt errichteten Seminares und übernahm zugleich die dortige Dompredigerstelle; 1570 zum Professor an der Universität Ingolstadt ernannt, vertrat er das gesammte Gebiet der damaligen Theologie (Exegese, Dogmatik und Moral) und verband hiemit die Vorstandschaft des Priester-Seminares (Georgianum). Sowie er schon mehrfach mit Erfolg Bekehrungsgeschäfte betrieben hatte, wurde er auch im Jahre 1577 von Herzog Erich II. von Braunschweig, welcher zum Katholicismus übergetreten war, nach Calenberg berufen, um womöglich die Ausrottung des Protestantismus zu bewirken; die Bemühung jedoch war eine vergebliche, da der Herzog meistens im Kriege abwesend war und den Eifer des Missionäres nicht durch schärfere Maßregeln unterstützte. (Andr. Strauß, Viri insignes, quos Eichstadium vel genuit vel aluit. 1709 4. p. 65 ss.) – Clenck’s theologische Schriften („De merito bonorum operum“, „De coelibatu“, „De iustificatione“, „De absolutione“, „De matrimonio“, sämmtlich Ingolstadt, 1573–75) gehören der damals üblichen Controvers-Litteratur an, zeigen aber die bei Convertiten häufig erscheinende Schärfung des Standpunktes.