ADB:Conlin, Albert Josef

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Artikel „Conlin, Albert Josef“ von Jakob Franck in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 4 (1876), S. 438–439, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Conlin,_Albert_Josef&oldid=- (Version vom 20. Oktober 2019, 06:29 Uhr UTC)
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Conlin: Albert Joseph C. (nicht Coulin oder Colin), Nachahmer des Pater Abraham a S. Clara. Er war Pfarrer zu Monning im sogenannten Ries (einer großen und fruchtbaren Ebene im baierischen Regierungskreise Schwaben und Neuburg) zu Anfang des 18. Jahrhunderts. Ein mehreres ist über sein Leben nicht bekannt geworden. Pater Abraham hatte für den Buchhändler Daniel Walder zu Augsburg ein Werk über den Text „Der christliche Weltweise beweint die Thorheit der Narrenwelt“ zu schreiben unternommen, wurde aber durch andere Arbeiten daran verhindert. Weil nun die Kupfer bereits fertig waren, so ersuchte Walder den Pfarrer C., das Werk zu compliren, wie er sich ausdrückt, was dieser denn auch in sieben Bänden gethan hat. Das Werk, welches nun unter dem Anagramm Loncin von Gominn erschien und dessen fünf erste Bände den Narren und die beiden letzten den Närrinnen gewidmet sind, führt den Titel: a. „Der christliche Weltweise beweinet die Thorheit der neu entdeckten Narrenwelt, welcher die in diesem Buch befindlichen Narren ziemlich durch die Hächel zieht, jedoch alles mit sittlicher Lehr [439] und H. Schrifft untermischet. Worinn über 200 lustig und lächerliche Begebenheiten, deren sich nicht allein die Herrn Pfarrer auff der Cantzel, sondern auch eine jede Privat-Persohn bey erlichen Gesellschafften nützlich bedienen können. Vorgestellt von Alberto Josepho Loncin von Gominn.“ 5 Theile mit Kupfern. 4. Vobburg (Augsburg) 1706. Augsburg 1708. 1710. 4. – b. „Der christliche Weltweise beweinet die Thorheit der Närrinnen.“ 2. Bände. Oettingen, Nolck. 1707. 1709. 4. Ein vollkommener Nachahmer und Affe des Pater Abraham, durchhechelt C. in diesem Werke auf das ausführlichste alle Stände und Verhältnisse und nicht ohne Witz, wenn er gleich seinem Vorbilde an reicher Phantasie und Erfindungsgabe nicht gleichkommt. Hier eine kleine Probe: Befrag ich mich weiter: quid est mulier? was ist ein Weib? So folget die Antwort: „Ein bös Weib ist des Teufels sein Reitsattel, ist eine immerwährende Baiß-Zang, ist ein stäts schallende Wetterglocken, ist ein abgelassener Kettenhund, ist des Beelzebuebs Sackpfeiffen, ist des Tartar Chans Schirrpfannen, ist ein ungeschmiertes Wagenrad, ist eine bissige Pfeffermühl, ist ein Verkündzettul von Filzhofen, ist ein Tripolitanischer Kehrbesen, ist eine Folterbank der Ohren, ist ein Reibeisen des Hertzen, ist ein Schlüssel in die Höll, ist ein Maden des Friedens, ist ein Blasbalg des Lucifers, ist ein Schiffbruch ihres Mannes, ist ein steter Wetterhan im Hauß, der Tag und Nacht kräht, ist eine übellautende Klepperbüchsen, ist ein fränkischer Stiefelbalg, den man fast allweil schmieren soll, ist ein gewixter Wettermantel, in dem daß Wasser der Ermahnung nicht eingehet, ist ein Blasbalg des feurigen Zorns, ist ein Ziehpflaster des Geldbeutels“ etc.

Flögel, Geschichte der komischen Litteratur. III. S. 457–459. Scheible, Das Kloster I. S. 34 ff.