ADB:Dörnberg, Wilhelm Freiherr von

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Artikel „Dörnberg, Wilhelm Freiherr von“ von Gustav Könnecke in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 5 (1877), S. 353–354, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:D%C3%B6rnberg,_Wilhelm_Freiherr_von&oldid=- (Version vom 20. Juli 2019, 14:10 Uhr UTC)
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Dörnberg: Wilhelm Caspar Ferdinand Freiherr v. D., geb. 14. April 1768 zu Hausen bei Hersfeld, † in Münster 19. März 1850, Sohn des Freiherrn Karl Sigismund v. D. und der Freifrau Henriette v. Mannsbach, der unermüdliche Kämpfer zur Befreiung Deutschlands von französischer Herrschaft. Im Januar 1783 trat er in das erste Bataillon Garde zu Kassel ein, wurde am 22. Januar 1785 Premier-Lieutenant, machte den Feldzug 1792 in der Champagne mit, erhielt am 6. Dec. 1792 sein Patent als Stabscapitän, kämpfte 1794 in den Niederlanden, wo er sich namentlich bei der Belagerung von Ypern hervorthat. Bei Reducirung der hessischen Armee nach dem Baseler Frieden zurückgesetzt, forderte er seinen Abschied und wurde am 22. Januar 1796 entlassen, trat in demselben Jahre in preußische Dienste und machte als Hauptmann im Füsilierbataillon v. Bibra in der Avantgarde Blücher’s die Schlacht bei Jena mit. Nach der Capitulation Lübecks gerieth auch er mit Blücher’s Corps in Kriegsgefangenschaft. Kurz nach seiner Freilassung ging er mit dem Fürsten Wittgenstein nach England, um dort im Interesse eines in Hessen zu organisirenden Aufstandes gegen das französische Gouvernement zu wirken: der Tilsiter Frieden machte seinen Unterhandlungen ein Ende. Nach Hessen zurückgekehrt mußte er westfälische Militärdienste nehmen und erhielt von Jérôme das Regiment der Chasseurs Carabiniers (18. Mai 1808). Da die westfälische Regierung in seine Loyalität keinen Zweifel setzte, so konnte er, in steter Fühlung mit Scharnhorst, Gneisenau, Schill, Katt, ungestört ausgedehnte Vorbereitungen zu einer Insurrection treffen, welche bei einem zwischen Frankreich und Oesterreich wieder ausbrechenden Kriege den Mittelpunkt einer gleichzeitigen Erhebung des nördlichen Deutschlands bilden sollte. Die Ereignisse zwangen ihn jedoch schon am 22. April 1809 den Aufstand ausbrechen zu lassen, ohne daß alles gehörig vorher organisirt war. Die gegen Kassel anrückenden, mehrere tausend Mann starken Bauernhaufen, die, schlecht bewaffnet, nur durch wenige reguläre Truppen unterstützt waren, wurden mit leichter Mühe bei der Knallhütte vor Kassel geschlagen und der Aufstand in Hessen in wenigen Tagen leicht unterdrückt. v. D. floh zum Herzog Wilhelm von Braunschweig, machte mit ihm den Zug durch Deutschland und ging mit ihm dann nach England, wo er General wurde. 1812 kämpfte er als solcher in der russischen Armee. In den Freiheitskriegen war seine Hauptthat die Vernichtung der Morand’schen Division bei Lüneburg; auch bei Quatrebas und Waterloo zeichnete er sich aus. Nach dem Frieden trat [354] er in hannöversche Dienste und wurde Generallieutenant und außerordentlicher Gesandter in Petersburg.

Quellen: v. Dörnberg’s eigene Schrift „Dörnberg und der Aufstand in Hessen“ in Bülau Geh. Gesch. V. B. 409–420. K. Lynker, Geschichte der Insurrectionen wider das westfälische Gouvernement S. 69–181. – Acten des Marburger Staatsarchivs.