ADB:Dannenmayer, Matthias

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Artikel „Dannenmayer, Matthias“ von Karl Werner in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 4 (1876), S. 745, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Dannenmayer,_Matthias&oldid=- (Version vom 15. Dezember 2019, 10:44 Uhr UTC)
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Dannenmayer: Matthias D., katholischer Kirchenhistoriker, geb. zu Opfingen[1] in Schwaben 13. Febr. 1744, studirte zu Ehingen die niederen Schulen, bei den Jesuiten in Augsburg Philosophie und Moraltheologie, in Freiburg Dogmatik und canonisches Recht, wurde hierauf vom Constanzer Bischof zum Priester geweiht und erlangte 1771 auf der Freiburger Hochschule die theologische Doctorwürde. Bald darauf wurde er zum Lehrer der Theologie an derselben Hochschule bestellt und docirte zunächst Polemik, ging aber schon das nächste Jahr (1773) auf die Kirchengeschichte über, die er nun eine Reihe von Jahren in Freiburg lehrte, bis er 1786 als Lehrer der Kirchengeschichte an die Wiener Universität berufen wurde. Während seiner Freiburger Epoche ließ er mehrere litterarische Arbeiten erscheinen: „Introductio in historiam ecclesiasticam universalem“, (1778). – „Historia succincta controversiarum de librorum symbolicorum auctoritate inter Lutheranos agitata“ (1780). – „Institutiones historiae ecclesiasticae Novi Testamenti: Period. I a Christo usque ad Constantinum Magnum“ (1783). Auch an der von Ruef edirten Monatschrift „Der Freimüthige“ (Ulm 1782–85) war er durch Beiträge betheiligt. Den von ihm nach seiner Berufung nach Wien abgefaßten „Institutiones hist. eccl. Nov. Test.“ (Wien 1788; 2. Aufl. 1806) wurde der Preis zuerkannt, welchen Kaiser Joseph II. für das beste Lehrbuch der Kirchengeschichte ausgesetzt hatte, und das preisgekrönte Werk für sämmtliche theologische Lehranstalten der kaiserl. Erblande als Lehrbuch vorgeschrieben, als welches es sich durch 3–4 Decennien behauptete. Wie er selbst in seinen mündlichen Vorträgen die Kirchengeschichte auf Grund seines Lehrbuches zu behandeln pflegte, ist aus dem nach seinem Tode in zweiter Auflage (Rottweil 1827) erschienenen „Leitfaden der Kirchengeschichte“ (4 Theile) zu ersehen. Unter Kaiser Franz II. wurde er 1797 zum kaiserl. Büchercensor bestellt, 1799 wurde er Canonicus des Horber Canonicatsstiftes, 1803 zum ersten Custos der Wiener Universitätsbibliothek ernannt, und schied als solcher aus dem Lehramt aus. Zwei Jahre später schied er aus dem Leben (8. Juli 1805). Sein bleibendes Verdienst ist, der erste ein brauchbares, zweckentsprechendes Lehrbuch der katholischen Kirchengeschichte in correctem Stile und wissenschaftlich-akademischer Form geschrieben zu haben, an welcher freilich die ziemlich äußerliche Abtheilung und Abschachtelung des kirchengeschichtlichen Lehrstoffes zu bemängeln ist, so wie das Buch auch in Auffassung des Sachlichen innerhalb der Grenzen seines Zeitalters steht, und eben deshalb nach dem Werthe, welchen es für seine Zeit hatte, zu beurtheilen ist. Vgl. Klüpfel, Necrol. sodal. litterar p. 300–316; Ersch-Gruber’sche Encyklopädie; Wurzbach, Biograph. Lex. des Kaiserthums Oesterreich.[2]

[Zusätze und Berichtigungen]

  1. S. 745. Z. 1 v. o. l.: Oepfingen (st. Opfingen). [Bd. 11, S. 794]
  2. S. 745. Z. 16 v. u.: Vgl. ferner Freiburger Diöcesanarchiv X, 275. [Bd. 5, S. 796]