ADB:Dewitz, Jobst von

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Artikel „Dewitz, Jobst von“ von Gottfried von Bülow in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 5 (1877), S. 106, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Dewitz,_Jobst_von&oldid=- (Version vom 22. April 2019, 14:51 Uhr UTC)
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Dewitz: Jobst v. D., geb. 1491, † 20. Febr. 1542 zu Wolgast und daselbst in der fürstlichen Gruft beigesetzt, genoß eine gelehrte Erziehung in Italien und kam schon als Jüngling an den pommerschen Hof, wenn auch seine staatsmännische Thätigkeit daselbst erst nach dem Tode Herzogs Bogislav X. beginnt. Im J. 1532 wurde er Schloßhauptmann zu Wolgast, war des jüngern Herzogs Philipp I. von Wolgast Beistand bei der Erbtheilung mit dem Oheim Herzog Barnim XI., und blieb von da an sein erster Rath und Leiter der inneren und äußeren Angelegenheiten des Landes, wobei er einen klaren, scharfen Verstand, große staatsmännische Klugheit und einen praktischen Blick zeigte. An der Einführung der neuen Lehre in Pommern hatte er wesentlichen Antheil, hatte 1524 Luther in Wittenberg selbst kennen gelernt und wirkte auf den Landtagen unermüdlich dahin, daß endlich auch der widerstrebende Adel des Landes sich fügte. An der Kirchenvisitation und Einziehung der pommerschen Klöster war er persönlich mitbetheiligt. Im J. 1535 begab er sich im Auftrage beider Herzoge von Pommern, Barnim XI. und Philipp I., zum Kurfürsten von Sachsen, um ihre Aufnahme in den schmalkaldischen Bund nachzusuchen, zugleich aber die Vermählung Herzogs Philipp mit Maria, Tochter des Kurfürsten zu vermitteln. – Jobst v. D. war vermählt mit Ottilie v. Arnim a. d. H. Gerswalde, von der er einen Sohn Bernd und zwei Töchter hatte, und welche er am 29. Juli 1538 zu Wolgast für ihr Eingebrachtes mit dem Wohnhause zu Daber, mehreren Liegenschaften und reichem Schmuck beleibgedingte. Sie † den 25. Juni 1576 zu Daber, ihr Grabstein in der Stadtkirche daselbst zeigt neben dem ihrigen auch das Bild ihres Gemahls in schön ausgeführter Reliefarbeit. – Alle pommerschen Geschichtschreiber stimmen in dem Lobe überein, welches sie Jobst v. D. zollen. Außer seinen staatsmännischen Tugenden zierten ihn tiefe Frömmigkeit, Aufrichtigkeit und Demuth, neben einer sehr gediegenen wissenschaftlichen Bildung und gründlichen Gelehrsamkeit.

Wegner, Familiengeschichte der v. Dewitz I. S. 217. Urk. des königl. Staatsarchives zu Stettin.